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Ridicule

F 1995. R: Patrice Leconte. B: Remi Waterhouse. K: Thierry Arbogast. S: Jöelle Hache. M: Antoine Duhamel. D: Fanny Ardant, Charles Berling, Bernard Giraudeau, Judith Godrèche, Jean Rochefort u.a.
102 Min. Time ab 3.4.97

Witzigkeit kennt keine Grenzen

Von Nikolaj Nikitin Ridicule bringt dem Zuschauer eine Lebensweisheit näher: Lache nie über deine eigene Witze, es sei denn du bist David Letterman, und kriegst zig Millionen dafür. Und wie das so mit Lebensweisheiten ist, wußten das natürlich unsere vorlauten Vorfahren schon längst. Die Kulisse der neuesten Zeitreise von Patrice Leconte (eher durch sanfte Komödien und Liebesfilme in der Jetztzeit bekannt) ist der französische Hof unter Louis XVI.

Wie sagte schon Napoleon Bonaparte: »Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist es nur ein Schritt« (Presseheft). Wäre es ein deutscher Kostümfilm gewesen, wäre es sicherlich lächerlich geworden. Leconte schafft es jedoch, eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte um den jungen Adligen Ponceludon zu bringen. Ponceludon will Vieles erreichen für seine armen Bauern, deshalb fährt er an den Hof, um vom König angehört zu werden. Doch natürlich ist eine Audienz bei seiner Majestät nicht so einfach. Hilfe bei seinen Plänen kriegt er in Gestalt von Marquis de Bellegarde (Jean Rochefort). Neben einem kleinen Notizbuch, in das der Arzt Bellegarde alle gelungenen Witze, humoristische Äußerungen und gelungenen Sticheleien einträgt, besitzt er eine verführerische Tochter. Und schwupps gerät Ponceludon in eine Krisensituation. Nimmt er sich der Arzttochter, oder der reichlich hoferprobten Madame de Blayac (Fanny Ardant) an, die ihn bei seinen Plänen sicherlich gut weiterhelfen könnte.

Ein schöner Film, der einem das Gefühl vermittelt, Leconte führte sich wie ein kleines Kind auf, das ein großes Budget hat und sich in einer wilden Kostümorgie verwickelt. Hängen bleibt in jedem Falle die Tatsache, daß man auf Parties nicht mehr über seine eigenen Witze lacht und dadurch total cool ankommt (ein Wunschbild des Autors). 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #06.
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