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High Kick Girl!

Hai kikku gâru!. J 2009. R,B: Fuyuhiko Nishi. B: Yoshikatsu Kimura. K: Nobuyuki Matsui. M: Tomoo Misato. P: Hexagon Pictures, Nagoya Broadcasting Network, Digital Hollywood Entertainment. D: Rina Takeda, Tatsuya Naka, Kumi Imura, Shinji Suzuki, Rumi Maeda, Yû Kamio, Mayu Gamô, Sayaka Akimoto u.a.
78 Min. Ascot Elite ab 19.7.11

Sp: Deutsch, Japanisch, Englisch (DD 5.1). Ut: Deutsch, Niederländisch. Bf: 1.78:1 anamorph. Ex: Trailer, Making ofs.

Aggressive Chicks und hohe Kicks

Von Nils Bothmann Ein Film mit dem Titel High Kick Girl!, ein Cover mit dem titelgebenden Mädel in entsprechender Pose und in Schuldmädchenuniform – das sieht auf den ersten Blick nach Trash aus, nach im besten Falle amüsantem Trash. Leider ist Fuyuhiko Nishis Film definitiv nicht amüsant, noch dazu viel zu gehemmt, um sich wirklich dem Schwachsinn hinzugeben, zu brav für echten Trash, zu dürftig in jeder anderen Kategorie, um als auch nur ansatzweise brauchbarer Film durchzugehen. Die Geschichte ist schnell erzählt: Schuldmädchen verprügelt andere Karatemeister, um ihr Können zu beweisen, doch ihr Lehrer will ihr trotzdem nicht den schwarzen Gurt geben. Also will sie bei einer Gang mit Namen »Die Zerstörer« (kein Scherz) anheuern, die Leute für einen Geschäftsmann verprügeln, doch die wollen sie nur als Geisel nehmen, um den Meister zu ködern, welcher dereinst einen der ihren verprügelte, doch Lehrer und Schülerin verprügeln alle Übelwichte – grob gesagt: Es geht ums Prügeln.

Dies ist nebenbei bemerkt die gesamte, selbst für einen anspruchslosen Kampfsportfilm extrem dürftige Handlung, mit der High Kick Girl! in die vor einigen Jahren von Ong Bak geprägte Kerbe schlägt: Fernostaction mit unzähligen Kampfszenen, die nur noch gelegentlich von Handlung unterbrochen werden. Doch wo Ong Bak schon mit seiner Aneinanderreihung von Dauergeprügel und seiner Angewohnheit, jede auch nur ansatzweise spektakuläre Szene aus drei Einstellungen zu zeigen, irgendwann ermüdete, da taucht High Kick Girl! in neue Dimensionen von Ödnis ab. Auch hier wird jede zweite Einstellung in den Kampfszenen wiederholt, egal wie spektakulär oder unspektakulär, und in den meisten Fällen gar nicht variiert, sondern einfach nur in langsamer Geschwindigkeit noch einmal gezeigt – vielleicht noch nicht mal eine kreative Entscheidung, sondern bloß ein Mittel um überhaupt Spielfilmlänge zu erreichen. Noch dazu verfügt die Regie über keinerlei Gefühl für Rauminszenierung, unmotivierte Zoom-Ins und Zoom-Outs irritieren und der grauenvolle Schnitt zerstört jeden Fluß des Films, z. B. wenn mitten in einer Szene auf die Umgebung geschnitten wird, anschließend zurückgeschwenkt und es mit der begonnenen Handlung weitergeht, ohne daß die eingefügte Einstellung irgendeine Bedeutung hätte oder in den Kampfszenen einfach nur Segmente ohne Kohärenz und Kontinuität aneinandergereiht werden.

Immerhin, die Choreographie des Geprügels ist durchaus überdurchschnittlich, doch ohne auch nur ansatzweise interessante Figuren oder einen sinnvollen Kontext innerhalb einer Geschichte bleiben Kampfszenen nun einmal sterile Set-Pieces – wenn diese dann noch so katastrophal in Szene gesetzt sind wie in High Kick Girl!, dann bleibt nur das Staunen wie unglaublich öde ein Martial-Arts-Film sein kann, dessen gerade mal 78 Minuten Spielzeit größtenteils aus Kämpfen bestehen. 2011-08-12 09:41

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