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Julius Pinschewer – Klassiker des Werbefilms

Die Korsett-Anprobe (1910), Die Suppe (1911), Tanz der Flaschen [Maggi] (1912), Tanz der Flaschen [Kupferberg] (1912), Sekt-Zauber (1912), Der Nähkasten (1912), Der Zahnteufel (1915), Ein neuer Dreibund. Filmkomödie (1918), Der Schreiber und die Biene (1918), Der Sieger. Ein Film in Farben (1921), Khasana das Tempelmädchen (1923), Am Nil (1921), Das Wunder. Ein Film in Farben (1922), Die Barcarole (1924), Die Geschichte vom Schokoladenkaspar (1926), Der Aufstieg (1926), Film [KIPHO] (1925), Im Filmatelier (1927), Die chinesische Nachtigall (1928), Kirmes in Hollywood. Ein Puppenspiel (1930), Tres Caballeros (1931/32), Spiel im Schaum / Giochi nella schiuma (1938), Die Schmierkobolde (1936), Die drei Bäume (1938), Spiel der Wellen [II] (1939), Schweizer Symphonie (1939), Kampf dem Hunger (1941), Paradisia (1941), Die kleine Kartoffel (1941), Krachnuss (1948), King Coal (1948), Bouquet (1952), Präzision (1952), Das schwache Entlein / Le Caneton débile (1955/56), Wer will gute Kuchen backen…(1958), Globi's gutes Herz (1950), Jean-Jacques Hauswirth 1808−1871 (1952).
130 Min. Absolut Medien ab 24.9.10

Sp: Deutsch (DD 2.0). Ut: keine Bf: 1.33:1. Ex: Booklet, DVD-ROM-Teil, Das Lämmchen (1930), d'Bärnertracht (1955), Beim Trickfilm-Zauberer (1949), Willie Does His Stuff (1948/49), Schokoladenliebe (1922), Dokumentarfilm Nitrospektive.

Der Auftragsmaler

Von Carsten Tritt Wenn es um die Altmeister des deutschen Zeichentrickfilms geht, ist an vorderster Stelle natürlich an den genialen Hans Fischerkoesen zu denken, natürlich auch an die Scherenschnittarbeiten Lotte Reinigers, und dann sicherlich auch, wenn auch nicht auf demselben Niveau wie die beiden vorgenannten, an Julius Pinschewer. Wie Fischerkoesen war Pinschewer zuvorderst im Werbefilm tätig. Bei Fischerkoesen war dies der Fall, weil jenseits hiervon kein kommerziell relevanter Markt für hochwertigere Trickproduktionen existierte, Pinschewer hatte allerdings seine Karriere gleich von Anfang an auf Werbung ausgerichtet.

Am interessantesten sind Pinschewers erste, vor dem ersten Weltkrieg entstandene Filme, die unter anderem mit Stop Motion arbeiten und an die der Anfang des 20. Jahrhunderts populären Zauberfilme anknüpfen, in denen der Zuschauer mit Schnitt- und Kameratricks oder Mehrfachbelichtungen getäuscht wurde, bei Pinschewer etwa tanzende Maggi-Flaschen aus dem Jahr 1912. Auch in seinen weiteren frühen Filmen zeigt sich Pinschewer dabei kreativ in Verwendung unterschiedlichster Tricktechniken. 1933 emigrierte der jüdischstämmige Pinschewer und errichtete in Bern ein erstes größeres schweizer Trickfilmstudio.

Gerade Pinschewers Zeichentrickarbeiten sind zwar innovativ, aber auch doch deutlich gealtert, und gerade Mängel in der Natürlichkeit der Bewegungen sowie die Wiederholungen von kurzen Bewegungssequenzen fallen auf, was sicher auch den begrenzten Budgets der Werbefilme geschuldet war; auch Mängel in der räumlichen Darstellung sind sichtbar. Insofern haben Pinschewers Arbeiten inzwischen Wesentliches ihrer ursprünglichen Faszination verloren und beinhalten teils erhebliche Längen, sind jedoch aus heutiger Sicht natürlich immer noch als filmhistorische Dokumente relevant. In solcher Betrachtung ist die DVD-Zusammenstellung gelungen; insbesondere ob der vermutlich dürftigen Archivlage und dem schlechten Zustand der noch vorhandenen Kopien wurden hier rund 40 Filme in guter Qualität zusammengetragen, dazu ist der DVD noch ein Begleitheft mit einer ausführlichen Einführung zu Pinschewers Arbeiten und einer Kurzübersicht der präsentierten Filme enthalten. 2011-04-15 09:36

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