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Californication – Die zweite Season

Californication – Season 2. USA 2008. R: David von Ancken, Ken Whittingham, John Dahl. B: Tom Kapinos, Gina Fattore. K: Mike Weaver. S: Shannon Mitchell, Kevin D. Ross, Todd Desrosiers. M: Tyler Bates, Tree Adams. P: Aggressive Mediocrity, And Then…, Twilight Time Films, Showtime. D: David Duchovny, Natascha McElhone, Madeleine Martin, Madeline Zima, Evan Handler, Pamela Adlon, Rachel Miner, Paula Marshall u.a.
324 min. Paramount Home Entertainment ab 7.10.10

Sp: Deutsch, Italienisch (DD 2.0/DS), Englisch, Französisch (DD 5.1). Ut: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch. Bf: 1.78:1 anamorph. Ex: Herz, Eier und Angeberein, Caliwood, Wie heißt das Mädchen, Fotogalerie.

Geschichten über die Liebe

Von Carsten Happe Wer hätte gedacht, daß sich David Duchovny, der ewige Fox Mulder aus zehn Jahren Akte X, der sich mit seiner Filmkarriere nie aus der zweiten Reihe spielen konnte, noch einmal, noch dazu wieder mit einer TV-Serie, neu erfinden könnte? Als ehemals erfolgreicher Autor und Ex-New Yorker Hank Moody, der Hauptfigur in Californication, erhielt er seinen zweiten Golden Globe, die Serie selbst wurde für ihre erste Season ebenfalls nominiert.

Nun also die zweite Staffel, die den respektlosen und offenen Ton der ersten wieder aufnimmt und nach dem Freeze Frame eines beinahe märchenhaften Happy Ends zwölf neue Folgen offeriert. Hank und seine Ex-Freundin Karen sind wieder zusammen, zumindest zu Beginn, die gemeinsame Tochter Becca durchlebt die Höhen und Tiefen der Pubertät, Hanks Kumpel Charlie wird wegen mehrfacher Masturbation am Arbeitsplatz aus seiner Agentur geworfen und freundet sich mit einem Porno-Starlet an, das er unter seine Fittiche nimmt, Hank wiederum macht im Knast Bekanntschaft mit dem abgefuckten Musikproduzenten Lew Ashby, der ihn bedrängt, seine Biographie zu schreiben – allesamt großartige Sprungbretter für eine zweite Season, deren Qualität der ersten in nichts nachsteht.

Ein frühes Highlight ist beispielsweise die vierte Episode, die zu einer Dinnerparty alle Hauptcharaktere versammelt und einfach minutenlang die Partygesellschaft umkreist – diese Figuren sind derart ausdifferenziert, ihre Dialoge messerscharf, daß es eine einzige Freude ist, sie sich um Kopf und Kragen plaudern, diskutieren, debattieren zu sehen. Mit gewissem Stolz trägt die Serie auch ihre FSK-Freigabe ab 18 vor sich her; so freizügig wie hier, in Taten und vor allem Worten, ist das US-Fernsehen selten zuvor gewesen, auch nicht auf einem Pay-TV-Sender wie Showtime. Dennoch, trotz allem Sodom und Gomorrha, ist Californication im Kern eine Geschichte über die Liebe, zu der einen richtigen Frau und zur Tochter. Das ist, vielleicht mehr noch als in der ersten Staffel, die Erkenntnis der zweiten Season.

Serienschöpfer Tom Kapinos hat das komplette, famos spielende Ensemble erneut zusammengetrommelt, allen voran Natascha McElhone als Karen, Evan Handler als Charlie und Ex-Kinderstar Madeline Zima als Hanks unrühmlicher, minderjähriger Fehltritt aus der allerersten Folge. Mittlerweile hat sie das von ihm entwendete Manuskript unter ihrem Namen veröffentlicht und verabschiedet sich allmählich aus der Serie. Dafür gibt es einige denkwürdige Gastauftritte aus der Rubrik »Was macht eigentlich…?«, unter anderem von der Twin Peaks-Schönheit mit dem sonderbaren Namen, Mädchen Amick, oder der Andie McPhee aus Dawson's Creek, Meredith Monroe.

Das Bonusmaterial der DVD-Box ist zwar ziemlich schmal ausgefallen – neben einem kurzem Making of mit den üblichen Lobhudeleien kann man sich für einige Minuten die Zeit mit einer interaktiven Tour durch Caliwood und mit einem Quiz über die weiblichen Eroberungen von Hank vertreiben – aber die zwölf Folgen, randvoll mit popkulturellen Referenzen und Anspielungen, mit bösem Witz und schillernden Figuren sprechen ohnehin für sich. 2010-10-22 10:25

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