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Die Horde

La horde. F 2009. R,B: Yannick Dahan, Benjamin Rocher. B: Arnaud Bordas, Stéphane Moïssakis. K: Julien Meurice. S: Dimitri Amar. M: Christopher Lennertz. P: Capture The Flag Films, Le Pacte, Coficup, Canal+ u.a. D: Claude Perron, Jean-Pierre Martins, Eriq Ebouaney, Aurélien Recoing, Doudou Masta, Antoine Oppenheim, Jo Prestia, Yves Pignot u.a.
91 Min. Kinowelt ab 1.7.10

Sp: Deutsch (DD 5.1., DD 2.0), Französisch (DD 5.1.). Ut: Deutsch. Bf: 2.35:1 anamorph. Ex: Making of, Featurette »Rivoallan«, Fotogalerien, Trailer.

Himmel un Ääd

Von Dietrich Brüggemann Das französische Mainstream-Kino hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Karriere hingelegt. Die übrigen europäischen Länder produzieren ja seit Jahrzehnten einerseits Kunstkino mit Festivalmeriten und eingeschränktem Publikumszuspruch, andererseits Unterhaltungsware mit eingeschränkter Verwertbarkeit jenseits der eigenen Grenzen, und in Frankreich war es vor zehn Jahren noch ähnlich. Dann kam der Erfolsgregisseur Luc Besson, erfand sich als Produzent neu, produzierte die lustige Autojagd Taxi samt Fortsetzungen, außerdem die Transporter-Reihe sowie manch anderes und schuf quasi im Alleingang ein französisches Studiosystem, das Actionfilme mit hohem Schauwert herstellte und sie international auswertete. So kommt es, daß man französische Genrefilme seither mit gewissen Erwartungen ansieht, auch jene, mit denen Luc Besson nichts zu tun hat. Zum Beispiel Die Horde. Und tatsächlich: Er sieht gut aus. Die Kameraabteilung versteht ihr Handwerk. Die anfängliche Freude darüber hält allerdings nicht lange an, denn dieser Film hat stylishe Bilder und darüber hinaus exakt: gar nichts zu bieten. Eine hartgesottene Gruppe von Ermittlern will ihren Anführer rächen, der von afrikanischen Gangstern erschossen wurde, und begibt sich zu diesem Zweck in einen dreckigen, leerstehenden Plattenbau. Die Gangster warten schon, es gibt eine kleine Gewaltorgie, dann greifen Zombies an. Der Rest des Films besteht aus sinnloser Rennerei, Schießerei und Gemetzel. Die Geschichte ist egal, weil es sie eigentlich nicht gibt, die Figuren sind auch egal, weil es sie eigentlich auch nicht gibt. Mag sein, daß eingefleischte Fans des Zombie-Genres das irgendwie gut finden werden, Genrefans sind ja spießig, was soviel bedeutet wie konservativ, was ja bekanntlich der Feind der Kunst ist, also freuen sie sich, wenn die Standarderwartungen erfüllt werden und die im Genre-Regelkatalog festgelegte Mindestblutmenge fließt und auch die anderen Meßwerte im grünen Bereich liegen. Kann sein. Vielleicht auch nicht. Eigentlich erstaunlich, daß ein Film, der per Defintion der Spaßabteilung zugehört, so spaßbefreit rüberkommt und auf hohem Blutwurstniveau so langweilig ist. Mehr kann man da eigentlich nicht sagen. 2010-07-01 09:11

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