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Filth & Wisdom – A Film by Madonna

Filth and Wisdom. GB 2008. R: Madonna. B: Dan Cadan. K: Tim Maurice-Jones. P: Semtex Films, Exposure/HSI. D: Clare Wilkie, Richard E. Grant, Ade, Holly Weston, Tim Wallers, Francesca Kingdon u.a.
88 Minuten. Ascot Elite ab 20.11.08

Sp: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1). Ut: Deutsch. Bf: 1.78:1 anamorph. Ex: Keine.

Superstar-Klischees

Von Bettina Schuler Madonna, die ungeschlagene Queen of Pop, hat in ihrem musikalischen Dasein schon so einige Rekorde gebrochen. Ganz anders hingegen sieht es mit ihrer Schauspielkarriere aus, in der sie abgesehen von einem Golden Globe für ihre Rolle als Evita, nur den Rekord als Darstellerin mit den meisten Goldenen Himbeeren hält, die jedes Jahr parallel zu den Oscars für die größten Patzer des vergangenen Kinojahres verliehen werden. Doch Madonna wäre nicht Madonna, wenn sie das zur Aufgabe ihrer filmischen Ambitionen bewegen könnte. Allenfalls zum Wechsel vom Platz vor der Kamera in den Regiestuhl. Was sie mit ihrem erstem Film Filth and Wisdom, der 2008 im Panoramaprogramm der Berlinale lief und jetzt auf DVD erschienen ist, denn auch getan hat.

In Filth and Wisdom, der sich stilistisch stark an den guten Guy Ritchie-Filmen orientiert, dreht sich alles um die drei WG-Bewohner Andriy, Juliette und Holly, die zusammen ein Appartement in London bewohnen. Und dort, wie könnte es anders sein, von ihrer großen Karriere als Sänger, Ballerina oder Entwicklungshelferin träumen. Dafür sind sie bereit, jeden Drecksjob anzunehmen, selbst das Erfüllen von Sado-Maso-Träumen. Doch wer es an die Spitze schaffen will, muß erst durch den Schmutz waten, so will es das Superstar-Klischee, das auch dem ehrgeizigen Superstar alles andere als fremd sein dürfte. Überhaupt wird man den ganzen Film über das Gefühl nicht los, sich in einem Biopic über Madonna zu befinden, was vielleicht auch daran liegen mag, daß die Schauspielerin Holly Weston ausschaut wie die junge Madonna in ihrer »True-Blue«-Phase (abgesehen davon, daß sie wesentlich besser schauspielert als das Original). Durch diese Besetzung und die drei Charaktere der Geschichte, die im Grunde nur drei verschiedene Lebensaspekte der Sängerin verkörpern, ist es Madonna trotz ihrer fehlenden Leinwandpräsenz gelungen, sich in den Mittelpunkt des Films zu drängen, um den Zuschauer ja keine Minute vergessen zu lassen, um wen es eigentlich bei dieser Geschichte geht. Vielleicht sollte Madonna in ihrem nächsten Film einfach gleich alle drei Rollen übernehmen, dann muß sie sich nicht mehr die Mühe machen, den Schauspielern zu erklären, wie es sich eigentlich anfühlt, so richtig hart für die Karriere zu malochen. Aber nein, geht ja nicht, ihr neuer Film, für den sie diesmal nur als Produzentin und Kommentatorin agiert, ist ja ein Dokumentarfilm. Und worüber? Natürlich Malawi. 2009-03-27 12:27

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