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Pour elle

F 2008. R,B: Fred Cavayé. B: Guillaume Lemans. K: Alain Duplantier. S: Benjamin Weill. M: Klaus Badelt. P: Fidélité Films. D: Vincent Lindon, Diane Kruger, Lancelot Roch, Olivier Marchal, Hammou Graïa, Liliane Rovère, Olivier Perrier, Moussa Maaskri u.a.
96 Min.

Breaking the Law

Von Carsten Happe Manche Thriller, wie etwa die serbische Produktion Klopka – Die Falle vor zwei Jahren, überzeugen bereits durch ihre Ausgangssituation derart, daß spätere, kleine Ungereimtheiten kaum mehr ins Gewicht fallen und höchstens die Frage aufwerfen: Wieso ist Hollywood nicht längst auf diese Idee gekommen? Solch ein Film ist auch der französische Pour elle, der mit entwaffnender dramaturgischer Präzision Diane Kruger für einen vermeintlichen Mord unschuldig hinter Gitter bringt. Zwanzig Jahre Knast, keine Chance auf Revision oder Haftverschonung, ihr Ehemann und Vater des gemeinsamen kleinen Sohnes am Boden zerstört. Bis er akribisch den halsbrecherischen Plan entwickelt, sie eigenmächtig aus dem Gefängnis zu befreien.

Vielleicht geschieht die Wandlung vom unbescholtenen Lehrer zum skrupellosen Fluchthelfer etwas schnell, doch die Geschwindigkeit ist der entscheidende Faktor, der den Film auf Hochspannung hält. Unbarmherzig zieht sich die Schlinge zu, das Katz-und-Maus-Spiel mit der durch Nachlässigkeiten des Amateurs auf den Plan gerufenen Polizei wird lustvoll auf die Spitze getrieben. Schlußendlich ist es ein Leichtes, den Gesetzesbrecher anzufeuern – dieser Mut der Verzweiflung verdient es, die Kleinfamilie am anderen Ende der Welt wieder vereint zu sehen. 2009-08-11 12:57

Info

gesehen auf dem 20. Internationalen Filmfest Emden Norderney

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #55.
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