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Exit

D 2008. R,B,K,M: Jochen Kuhn. S: Olaf Meltzer. P: Jochen Kuhn Filmproduktion.
36 Min.

Eine Kuhnheit

Von Franziska Schuster Jochen Kuhn, der hünenhafte Filmemacher mit dem bescheidenen Auftreten, verkörpert vieles von dem, was man auf einem künstlerisch ambitionierten Trickfilmfestival zu sehen wünscht. Sein auf dem diesjährigen ITFS in Stuttgart gezeigter Film Exit ist eine Gratwanderung zwischen den Kunstformen, ein Experimentalfilm par excellence.

Der ursprünglich von der Malerei kommende Künstler hat seine eigene Bildsprache entwickelt, die auf einem vergleichsweise einfachen handwerklichen Prinzip beruht, aber umso erstaunlichere Effekte erzielt. Ölbilder entstehen und werden übermalt, immer wieder, gewissenhaft mit der Kamera protokolliert. Zum statischen Gemälde addiert Kuhn so eine Dimension, die die Entstehung und zugleich die Zerstörung des Kunstwerks miteinschließt.

Anders als in früheren Filmen setzt Kuhn in Exit keine Sprecherstimme(n) ein, sondern unterlegt die flimmernden Silhouetten, die sich auflösenden und neu entstehenden Figuren mit einer avantgardistisch-abstrakten Toncollage, die ihm bereits Beifall in der zeitgenössischen Musikszene eingebracht hat. Die Geschichte, die Exit erzählt, ist jedoch fast schmerzhaft real – die Verlorenheit eines Menschen in einer Welt, in der die Gewalt buchstäblich an jeder Straßenecke lauert. 2009-07-27 12:01

Info

gesehen auf dem Internationalen Trickfilmfest Stuttgart 2009

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #55.
© 2012, Schnitt Online

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