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D 2008. R,B,S: Harun Hazar. K: Michael Hain. M: Thomas Burhorn. P: Kunsthochschule für Medien Köln. D: Gesa Dreckmann, Yasar Cetin, Tim Seyfi, Thomas Kügel, Torsten Hammann, Tao Li Ma, Noah Jurecky u.a.
60 Min.

German Noir

Von Sebastian Gosmann Die goldene Zeit des deutschen Film noir ist lange vorbei. Heute trauen sich hierzulande nur wenige junge Filmemacher an diese legendäre Stilrichtung heran. Mit seinem verschachtelten Thriller hat der gebürtige Berliner Autor/Regisseur Harun Hazar diesen Schritt gewagt – und überzeugt auf ganzer Linie. Auf mehreren Zeit- und Bewußtseinsebenen entwirft sein Sechzigminüter ein ebenso düsteres wie komplexes Crime-Puzzle um die schöne Maruzzella. Ein geheimnisvolles goldenes Päckchen und ein Fläschchen mit einer bläulichen Flüssigkeit treiben das schmutzige Spiel um die Macht der Erinnerung voran. Vor allem die elegante Bildgestaltung fasziniert am Abschlußfilm des KHM-Absolventen. Hazars fließende Montage und Michael Hains brillante Kameraführung erzeugen – zusammen mit den überaus geschmackvollen Jazzklängen Thomas Burhorns – eine bemerkenswerte atmosphärische Dichte. Mit seinem vielschichtigen Noir-Thriller offenbart der Nachwuchsregisseur nicht nur ein umfassendes Verständnis filmsprachlicher Mittel, sondern vor allem einen schier unbändigen Stilwillen. Man darf gespannt sein auf Harun Hazars nächstes Projekt. Wie mag das wohl aussehen, wenn der Mann ein richtiges Budget zur Verfügung gestellt bekommt? 2008-04-07 00:00

Info

gesehen auf dem International Fantastic Film Festival in Brüssel

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #50.
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