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Kwiz

B 2006. R,B: Renaud Callebaut. K: Claude Geens. S: Pascal Haass. M: Bertrand Husson. D: Zoalina Demeulemeester, Georgette Stulens.
5 Min.

Fünf Minuten weiser

Von Nikolaj Nikitin Illusion ist alles – vor allem im Kino! Das hat Renaud Callebout sichtlich verstanden, wenn wir den Anfang seines Films sehen, und ihm ist eine Karriere in der Filmindustrie zu wünschen, denn es sieht so einfach aus und ist doch so schwer, richtig umzusetzen – mit dem passenden Cast und dem Gefühl für Timing und Montage: Ein scheinbar wunderschönes Strandpanorama entpuppt sich als Tapete eines Krankenhauses – und dann beginnt das erbarmungslose Kwiz zwischen einer älteren, schnieken Blondine und einer Schwarzhaarigen im Bademantel, die ein Infusionsgestell vor sich herschiebt und dieses später noch eindrucksvoll zweckentfremdet. Spannend inszeniert wie einst die Duelle bei Leone, folgen vier Minuten voller Humor und Regieeinfälle – ein lustiger Kommentar auf all die Bimmel- und Yamba-Töne unserer Handy-Gesellschaft, in der Beethoven nicht von Brahms unterschieden wird und Luis Vuitton als Komponist gilt. Wie bei jedem humorvoll gelungenen Kurzfilm kommt ein brillanter Schlußgag. Im Zentrum des Duells steht tatsächlich das Erkennen von Klingelton-Komponisten. Lust, den ganzen Film anzuschauen?

Es lohnt sich, vor allem mit Kindern – so etwas wird auch musikalische Früherziehung genannt. 2008-01-11 00:00

Info

gesehen in der Auswahl für den Kurzfilmpreis 2007 der Europäischen Filmakademie

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #49.
© 2012, Schnitt Online

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