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Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?

How to Lose a Guy in 10 Days. USA 2003. R: Donald Petrie. B: Kristen Buckley, Brian Regen, Christine Forsyth-Peters. K: John Bailey. S: Debra Neil-Fisher. M: David Newman. P: Evans, Peters, Obst. D: Kate Hudson, Matthew McConaughey, Adam Goldberg u.a.
116 Min. UIP ab 17.4.03

Dummchen und Dumpfbacke

Von Sascha Seiler Als Kate Hudson vor zwei Jahren die Welt als Groupie Penny Lane in Almost Famous verzückte und ihr Lächeln via Plakat beinahe zum Markenzeichen des Films wurde, glaubte man schon, sie hätte die Rolle ihres Lebens gefunden. Wie anders könnte der Zuschauer Frau Hudson jemals akzeptieren denn als dieses verlorene, zerbrechliche, doch stets den Raum mit Energie ausfüllende Wesen; für immer gefangen in einer Ästhetik der 70er Jahre, für die sie schlichtweg gemacht zu sein schien. Und dann auch noch die Verlobung mit Black Crowes-Sänger Chris Robinson: Das Bild war perfekt. Doch langsam bekam unsere heile Post-Hippie-Welt Brüche: Auf Premierenfotos putzte sich Kate Hudson doch ziemlich heraus, so daß der recht häßliche und stets wie ein Wischmob gestylte Robinson inmitten Familie Hawn-Russell-Hudson seltsam deplaziert wirkte. »Gebt mir eine Gitarre und dann nichts wie weg hier«, schrien seine Augen. Und: »Was ist aus meinem Baby geworden?«

Aber Hollywood ist unerbittlich, und da sich wohl kein geeigneter Seventies-Stoff fand und Paul Thomas Anderson lieber mit Adam Sandler um die Häuser zieht, kommt es auf die bescheuertste Idee seit langem. Nettes Lächeln, strahlende Augen, unschuldige Ausstrahlung… nun, Meg Ryan ist auch schon in die Jahre gekommen, also, warum nicht Kate Hudson? Hugh Grant drehte wohl gerade mit Sandra Bullock, also mußte ein billiger Ersatz her, und das ist dann der Knallkopf Matthew McConaughey, der mittlerweile ein Dauerabo auf die Goldene Himbeere haben dürfte.

Und wem das und eines der blödesten Drehbücher, das wohl aufzutreiben war, immer noch nicht reicht, dem sei gesagt, daß Kate Hudson den halben Film über auch noch ein Dummchen darstellen muß, was gar nicht weiter auffällt, weil McConaughey nicht anders kann, als die Dumpfbacke zu spielen. Am Ende ist alles gut, und das war's dann auch mit Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen. Das ist schade, denn nun sieht es fast so aus, als müßte man sich von Penny Lane verabschieden. Wie sehnsüchtig hat man auf ihre weiteren Filme gewartet. Wie bitter ist es, daß dieser Film in den USA sensationell gut gelaufen ist. Für Kate Hudson heißt das wohl: für immer Romantic Comedies. Und Chris Robinson, der ja tatsächlich als integer Rocker gilt, hat sich schon eine neue Frisur und eine Reihe feiner Anzüge zugelegt. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #30.
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