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Old School – Wir lassen absolut nichts anbrennen

Old School. USA 2002. R,B: Todd Phillips. B: Scot Armstrong. K: Mark Irwin. S: Michael Jablow. M: Theodore Shapiro. P: Montecito Picture Company. D: Luke Wilson, Will Ferrell, Vince Vaughn, Jeremy Piven, Ellen Pompeo, Juliette Lewis, Seann William Scott, Snoop Dogg u.a.
90 Min. UIP ab 29.5.03

Witzigkeit hat seine Grenzen

Von Frank Brenner Originell möchte diese Kritik nicht sein, was darin zu lesen steht, hätte man auch über zig andere Filme schreiben können, ohne viel ändern zu müssen – noch nicht einmal auf der inhaltlichen Ebene. Aber vielleicht kann der Rezensent seine Einfallslosigkeit in Bezug auf Old School damit entschuldigen, daß auch Todd Phillips' Film selbst erst gar nicht den Versuch unternimmt, originell zu sein.

Was man darin sieht, hat man schon in zig anderen Filmen gesehen – da ist kaum etwas verändert. Als erstes kommt einem freilich Police Academy in den Sinn, der sich vor gut zwanzig Jahren einen Spaß daraus machte, eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Außenseitern, Nichtsnutzen und Witzfiguren mit dem Ernst einer polizeilichen Ausbildung zu konfrontieren. Hier ist die Polizeiakademie eine Hochschulverbindung, die aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen, die nur den Drehbuchautoren logisch vorkommen, von drei jungen Männern ins Leben gerufen wurde, obwohl die ansonsten gar nichts mit der Universität zu tun haben. Die Mitglieder der Verbindung erfüllen dann auch wieder sämtliche Außenseiterstereotypen, die den gemeinen Amerikaner (und wohl leider auch so manche Deutsche) zu nicht enden wollenden Lachkrämpfen animieren.

Der Regisseur Todd Phillips ist in diesem fragwürdigen Genre auch schon eindeutig vorbelastet – immerhin hat er den äußerst erfolgreichen Debilklamauk Road Trip zu verantworten – wem das nicht schon eine Warnung ist!

Sinn dieser Rezension ist es vielmehr, möglichst viele potentielle Kinogänger vorm Besuch dieses Films zu warnen. Es besteht zwar mit großer Wahrscheinlichkeit keine Gefahr, daß Old School wie weiland die Police Academy in Serie geht. Dafür sind die Charaktere wirklich nicht interessant und die Schauspieler nicht komisch genug (wenn man von dem talentierten Will Ferrell absieht, der es bis auf wenige Ausnahmen wie Zoolander bislang noch nicht geschafft hat, sich für ein witziges Drehbuch zu entscheiden). Aber je weniger Leute sich so einen Schwachsinn anschauen, desto größer wird die ohnehin recht spärliche Hoffnung, daß in Zukunft weniger von diesem Müll produziert wird. 1970-01-01 01:00
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