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Metallica: Some Kind Of Monster

USA 2003. R: Joe Berlinger, Bruce Sinofsky. K: Robert Richman. S: David Zieff, Doug Abel. M: Metallica. P: Third Eye, @radical.media. D: James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett, Robert Trujillo, Bob Rock, Phil Towle, Jason Newsted u.a.
139 Min. Kinostar ab 26.8.04.

CD Legierung

Von Frank Brenner Was kann ein Dokumentarfilm leisten, für was kann er nützen? In der Regel kann man sich von einem guten Dokumentarfilm zu einer Thematik Informationen verschaffen, die einem ansonsten nicht so leicht zugänglich gewesen wären. Man kann sich mit den Filmemachern tiefer in eine Materie hineinversetzen, deren Stimmung und Atmosphäre nachempfinden und in seltenen Fällen sogar Zeuge eines einmaligen Ereignisses werden, das der Film für die Nachwelt »dokumentiert« und damit festhält. Wenn es dem Regisseur darüber hinaus gelingt, das Interesse des Zuschauers an der Thematik über den Film hinaus zu wecken, hat er sein Ziel zweifellos erreicht. Um solch ein Ziel zu erreichen, müssen in der Regel endlose Mengen Filmmaterial gesichtet und zu einem in sich geschlossenen Ganzen zusammengefügt werden, das neben seinen informativen Elementen auch spannend und abwechslungsreich unterhalten sollte.

Joe Berlinger und Bruce Sinofsky hatten sich zum Ziel gesetzt, die weltweit erfolgreichste Heavy Metal-Band Metallica bei der Aufnahme ihres elften Albums während der Entstehungszeit zu beobachten und somit den kreativen Entstehungsprozeß einer Musikproduktion zu dokumentieren. Die beiden einzigen Mitglieder der Band, die seit ihrer Gründung 1981 bis heute ununterbrochen zu Metallica gehören, James Hetfield und Lars Ulrich, sind zwei sturköpfige Egomanen, deren Differenzen zu Beginn der Dreharbeiten und während der Vorbereitungsphase für das Album »St. Anger« einen ersten Höhepunkt erreichten. Deswegen wurde ihnen von ihrem Management ein Psychotherapeut zugewiesen, der die Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg schaffen sollte. Mit dieser interessanten Ausgangskonstellation machten sich Berlinger und Sinofsky an ihren Film, der im Laufe der nächsten 24 Monate zu einem Dokument des Beinahe-Auseinanderbrechens von Metallica und der neuerlichen Wiedergeburt der Band werden sollte. Die Heavy-Metal-Musik ist zwar sehr häufig präsent, der Schwerpunkt von Metallica – Some Kind of Monster liegt jedoch ohne Zweifel auf den zwischenmenschlichen Aspekten, auf dem Aufeinanderprallen von unverbesserlichen Egos und auf dem schwierigen Prozeß der durch Zeitpläne geregelten und geforderten Kreativität. Der weitgehend chronologisch aufgebaute Film, der nur gelegentlich zur Illustration Archivaufnahmen von den Anfängen Metallicas zwischenschneidet, bleibt dabei stets spannend wie ein Thriller. Dadurch, daß das Filmteam auch bei den Therapiesitzungen mit Phil Towle anwesend war, war es möglich, eine ganze Menge von den Gedanken und Ansichten der Bandmitglieder unverfälscht in den Film einzubauen. Damit wird gewährleistet, daß man kein ausgesprochener Metallica-Fan sein muß, um aus dieser Dokumentation etwas mitzunehmen. 1970-01-01 01:00
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