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Hip Hop Hood

Don't be a Menace to South Central while drinking your Juice in the Hood. USA 1996. R: Paris Barcley. B: Phil Bowman u.a.. K: Russ Brandt. S: Marshall Harvey, William Young. M: John Barnes. D: Sean Wayans, Marlon Wayans, Tracey Jones u.a.
89 Min. Kinowelt ab 3.7.97
Von Antje Krumm Sie sind ein seltsames kleines Genre, die Homeboy-Filme. Wie der Originaltitel verrät, knöpft sich Hip Hop Hood die wichtigsten davon vor, die mehr oder weniger stimmungsvoll das Leben junger Schwarzer in den suburbanen schwarzen Nachbarschaften, den hoods, beschreiben, nur eben parodistisch.

Alles dreht sich um Ashtray, der bislang bei Mama behütet aufgewachsen ist und nun zu Papa und den schweren Jungs in die hood muß. Treffend und böse werden die Klischees karikiert: Der Vater ist – trotz erwachsenen Sohnes – ein Teenager; die Homeboys sind von Kopf bis Fuß mit den absurdesten Waffen behängt; sie hassen Schwule, treiben's aber ständig mit Kerlen, und die Frauen sind… halt Frauen. Außerdem überraschen entzückende Einfälle, wie z.B. der Daddelautomat für Cops (»Rodney Ride«) oder die stets bekiffte, kampfsporterprobte Ghetto-Granny.

Dennoch hat Hip Hop Hood ein echtes Problem: Der Film entwickelt keinerlei unterhaltsamen Plot. Dieser Mangel an Substanz hat vermutlich System, da er in der Natur des Spott-Objekts liegt: Die Qualität der berühmten Homeboy-Filme liegt nicht in der Narration, sondern in ihren einfühlsamen oder abstrakt analytischen Beobachtungen des gesellschaftlichen Raums der schwarzen hoods. Letztendlich ist Hip Hop Hood eine Nummernrevue, wenn auch ohne das dafür nötige Tempo: Laute Lacher und beißender Witz, aber immer wieder gähnende, klägliche Langeweile. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #07.
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