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Der Geist und die Dunkelheit

The Ghost and the Darkness. USA 1996. R: Stephen Hopkins. B: William Goldman. K: Vilmos Zsigmond. S: Robert Brown, Steve Mirkovich. M: Jerry Goldsmith. D: Val Kilmer, Michael Douglas, John Kani, Om Puri, Bernhard Hill u.a.
107 Min. Constantin ab 16.1.97

Afrika-Abenteuer

Von Ralf Möller Als Hollywood noch Stars wie John Wayne oder Clark Gable besaß, schufen Regiegrößen wie Howard Hawks oder John Ford Filme wie Hatari! oder Mogambo. Die Helden haben den Dschungel Afrikas schon lange verlassen und sind in dem der Großstadt heimisch geworden. So ist Stephen Hopkins Der Geist und die Dunkelheit ein Anachronismus. Ein Film aus einer anderen Zeit.

Afrika im Jahre 1898. Engländer, Deutsche und Franzosen stehen im Wettstreit um den Bau einer Eisenbahntrasse durch den Schwarzen Kontinent. Der junge irische Ingenieur John Patterson soll im Auftrag einer britischen Gesellschaft eine Brücke über den Fluß Tsavo bauen. Für den abenteuerlustigen Patterson eine Möglichkeit, sich zu profilieren. Seiner schwangeren Frau verspricht er, rechtzeitig zur Geburt ihres ersten Kindes, in sechs Monaten wieder zurück zu sein. In Afrika angekommen, scheint alles wunderbar zu laufen. Erste Probleme mit einem Löwen meistert Patterson ohne Schwierigkeiten. Er erledigt ihn mit einem Schuß, was ihm Ansehen und Respekt bei den afrikanischen und indischen Arbeitern verschafft. In den folgenden Wochen kommt der Bau der Brücke ausgezeichnet voran. Als jedoch zwei menschenfressende Löwen auftauchen, die das Camp immer wieder angreifen und ein Blutbad unter den Arbeitern anrichten, droht das Projekt zu scheitern.

Gemeinsam mit dem Jäger Remmington versucht Patterson die Bestien, welche die Einheimischen »Den Geist und die Dunkelheit« nennen, zu erlegen. Doch ihr Versuch endet in einem schrecklichen Fiasko, bei dem die beiden Raubtiere ein Massaker anrichten. Die Arbeiter verlassen aus Angst fluchtartig das Camp. Zurück bleiben nur Patterson, Remmington und der afrikanische Vorarbeiter Samuel.

Man fühlt sich an Steven Spielbergs Jaws erinnert: Drei Männer jagen eine Bestie. Wie Spielberg kombiniert Regisseur Stephen Hopkins in Der Geist und die Dunkelheit Elemete des Horrorfilms mit denen des Abenteuerfilms. Wie Spielberg gelingt es Hopkins, durch das geschickte Zusammenspiel von Kamera, Schnitt, Ton und Musik Spannung zu erzeugen. Wenn der Kameramann Vilmos Zsigmond langsam über das sich im Wind wiegende hüfthohe Buschgras schwenkt, dann bekommt selbst die wunderschöne Landschaft Afrikas etwas Bedrohliches. Denn irgendwo dort draußen lauern die todbringenden Bestien – predators, die nur zum Spaß töten. Die Art, wie Hopkins Motive des klassischen Hollywoodkinos mit den Stilmitteln des modernen Unterhaltungskinos kombiniert, läßt Der Geist und die Dunkelheit zu einem einzigartigen Meisterwerk des Abenteuerfilms werden. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #05.
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