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Krieg der Sterne

Star Wars. USA 1977. R,B: George Lucas. K: Gilbert Taylor. S: Richard Chew, Paul Hirsch, Marcia Lucas. M: John Williams. P: Lucasfilm, Twentieth Century Fox. D: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Peter Cushing, Alec Guinness, Anthony Daniels, Kenny Baker, Peter Mayhew, David Prowse, James Earl Jones u.a.
121 Min.

Odyssee im Weltraum

Von Frederik König Eine der Ursprungs-Legenden von Star Wars besagt, daß die Frau von Regisseur George Lucas ihrem Mann mit der Scheidung drohte, als dieser ihr von der Idee zu seinem Science-Fiction-Epos erzählte. In der Rückblende kann man sich für Miss Lucas freuen, daß sie ihre Drohgebärde nicht wahr gemacht hat, sie hätte sonst verpaßt, eine sehr reiche Ehefrau zu werden… Dennoch ist es für Menschen, die heutzutage diese Mutter aller Weltraumopern zum ersten Mal gucken, ähnlich wie einst für Miss Lucas ein wenig unverständlich, wie ein solcher Film, gespickt von Gummimonstern und Raumschiffmodellen zu einem der Mythen der Neuzeit überhaupt werden konnte.

Das Geheimnis des Films ist jedoch recht simpel und läßt sich am Besten mit einer anderen Legende erklären: George Lucas soll angeblich bei der Entwicklung des Stoffs auf das Buch »The Hero with a Thousand Faces« zurückgegriffen haben. In diesem Buch entwickelt der Autor Joseph Campbell durch Analyse und Vergleich von unterschiedlich kulturell geprägten Mythen eine Grundformel für den Mythos und seine Wirkkraft. Dieses Grundprinzip wird heutzutage nicht ohne Grund im Bereich des Drehbuchschreibens angewandt, um mit dem Modell der »Heldenreise« Geschichten zu konstruieren und zu analysieren. Star Wars ist somit nichts anderes als eine Variation der Odyssee im Weltraum, in der der junge Luke Skywalker seinem vorbestimmten Schicksalsweg folgen muß, um vom Prügelknaben zum galaktischen Ritter aufzusteigen und das Universum vor dem dunklen Imperium zu retten. Lucas war natürlich nicht der erste, der eine solche Geschichte erzählte. Er griff jedoch auf ein in allen Kulturen erprobtes Prinzip zurück, das Campbell ihm lieferte und auf diese Weise den Film zu einem universellen Erfolg werden ließ…

Die Raumschiffe und Gummimonster sehen selbst für Cineasten, Nostalgiker und Star-Wars-Freaks nicht mehr besonders überzeugend aus, seit jeder dahergelaufene Informatik-Student einen dreidimensionalen Sternenkrieg an seinem Computer inszenieren kann. Dennoch laufen die Filme immer und immer wieder. Nicht nur im Fernsehen jagt eine Wiederholung die andere zur Prime Time, auch im Kino sollen laut Gerücht alle drei alten Filme bald zum dritten Mal und diesmal in einer 3D-Fassung zurück auf die große Leinwand kommen. Der Grund für den Mut zu einem solchen Vorhaben und der sichere Garant für einen erneuten Publikumserfolg mit dem dritten Aufguß der alten Star-Wars-Filme hat dabei nur einen Grund: Lucas' Heldenreise ist ein sich selbst reproduzierender Mythos. Lucas hat in Star Wars ein Paralleluniversum geschaffen, das ein eigenes logisches Gefüge bildet und den großen Mythos »Star Wars« ständig stärkt. Akzeptiert man das Gefüge und die Gesetze dieser filmischen Welt, kann Star Wars noch heute, trotz alter Machart, jedes Zuschauerherz erobern und uns mitnehmen in

A Galaxy far, far away… 2011-03-15 09:16

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