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Conan der Barbar

Conan the Barbarian. USA 1982. R,B: John Milius. B: Oliver Stone. K: Duke Callaghan. S: Carroll Timothy O'Meara. M: Basil Poledouris. P: Dino De Laurentiis Company, Universal Pictures. D: Arnold Schwarzenegger, James Earl Jones, Max von Sydow, Sandahl Bergman, Ben Davidson, Cassandra Gava, Gerry Lopez, Mako, Valérie Quennessen, William Smith, Sven-Ole Thorsen u.a.
129 Min.

Conan, what is best in life?

Von Frederik König Im Making-Of von Conan der Barbar fragt der Regisseur und Drehbuchautor John Milius rhetorisch, ob es etwas Besseres gäbe, als einen Film mit der Verwüstung eines Dorfes zu beginnen. Nachdem man Conan der Barbar gesehen hat, muß man Milius beipflichten: Eine solche Einleitung ist intensiv, unterhaltsam und führt den Zuschauer direkt in die Thematik des Films ein: Barbarische Zerstörung in einem Land vor unserer Zeit. In Conan der Barbar scheint die kriegerische Energie der gesamten Menschheit gebündelt in einer einzigen Figur, die von Arnold Schwarzenegger personifiziert wird. Es ist keine Bosheit, die ihn antreibt, sondern seine innere Wildheit, die den Kampf immer wieder aufs Neue sucht und braucht. Schwarzenegger spielt Conan nicht nur, sondern ist seine pure Verkörperung. Nicht ohne Grund war diese Rolle im Jahre 1982 Schwarzeneggers großer internationaler Durchbruch.

Der Film Conan der Barbar macht keinen großen Hehl aus der Schlichtheit seiner Thematik, die er so konsequent wie kaum ein anderer vor oder nach ihm auf die Leinwand brachte: Conan wird als Kind entführt und zu einer Kampfmaschine herangezüchtet. Im Alter eines Erwachsenen macht er sich auf die Suche nach den Mördern seiner Eltern. Dieses Rachemotiv ist jedoch nur nebensächlich. Der Film sucht sich hier einen dramaturgischen Grund, um Conans ewiger Gier nach Krieg, Kampf und Verwüstung eine nachvollziehbare Stoßrichtung zu geben. Der »Barbar« wird auf gewisse Weise durch die Geschichte des Films vorübergehend zivilisiert. Es ist jedoch nur eine oberflächliche Bändigung des Barbaren, denn trotz der narrativen Wendungen bleibt Conan immer der tollwütige Berserker. Selbst als seine Gefährtin und Geliebte stirbt, zeigt Conan keine Gefühlsregung. Einer seiner Weggefährten sagt dazu: »He is Conan. He doesnt cry, so I cry for him.«

Schwarzeneggers Spiel entspricht perfekt der roboterhaften Unbewegtheit und Emotionslosigkeit seines Charakters. In diesem Sinne nimmt er den »Terminator« in sich bereits vorweg. Während weder die Mimik seines Gesichts, noch die wenigen Worte, die seinen Mund verlassen irgendetwas über sein Gefühlsleben (das es wahrscheinlich gar nicht gibt) verraten, sprechen der muskelbepackte Körper und die stählerne Klinge in seiner Faust mehr als tausend Worte. Schon Conans Vater lehrte ihn: »For no one – no one in this world can you trust. Not men, not women, not beasts. This you can trust«. Und deutet auf das Schwert.

Diese Zitate zeigen, daß jedes der wenigen gesprochenen Worte in Conan so viel Aussage und Schlagkraft hat, wie sie andere Filmemacher nicht einmal mit der geballten Dialog-Kraft zwanzig ihrer Werke erreichen. So erwischt man sich insgeheim bei dem Wunsch, daß der ein oder andere »intellektuelle« Mensch manchmal etwas mehr Conan in sich tragen würde und uns im Sinne von »less talk – more action« mit seinen pseudo-klugen Schwafeleien verschont. Darum schließe ich kurz und bündig mit den Worten Conans, die er uns auf die Frage in der Überschrift als Lebensweisheit auf den Weg gibt. Das Beste im Leben wie im Film ist: »To crush your enemies, see them driven before you, and to hear the lamentations of their women!« 2011-01-17 12:25

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