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Spion in Spitzenhöschen

The Glass Bottom Boat / The Spy in Lace Panties. USA 1965. R: Frank Tashlin. B: Everett Freemann. K: Leon Shamroy. S: John McSweeney. M: Frank de Vol. P: MGM. D: Doris Day, Rod Taylor, Dom DeLuise, John McGiver u.a.
111 Min. MGM ab 2.9.66

»Underwater – undercover – under any circumstances you must see the wildest, funniest new comedy!«

Von Nikolaj Nikitin Eigentlich war 1966, das Jahr, als der mit dem obrigen Zitat angekündigte Film Spion in Spitzenhöschen ins Kino kam, die glorreiche Zeit der Screwball-Comedy. Regisseure wie Capra, Hawks und McCarey hatten in den 30er und 40er Grandioses im Bereich der Filmkomödie geleistet. Einerseits ebneten sie den Weg für spätere Kollegen, andererseits setzten sie einen Standard der Komik, der eigentlich in solch einer Präzision nie wieder erreicht wurde. Ein gelehriger Schüler der großen Meister, der im Laufe der Jahre eine eigene Handschrift entwickelte, war Frank Tashlin. Seine größten Erfolge feierte er mit dem Comedy- und Gesang-Dream-Team Jerry Lewis und Dean Martin, mit denen er u.a. Maler und Mädchen (1955) und Alles um Anita (1956) inszenierte.

Gut zehn Jahre später legte er mit Spion in Spitzenhöschen eine wilde Mischung aus Romantic Comedy, Spionage, Action und feinster Slapstick vor. Zwar war das Team Day/Taylor bei weitem nicht so eingespielt wie Lewis/Martin, auch war Taylor ein seltener Partner von Day, im Gegensatz zu Rock Hudson, aber die Chemie zwischen den beiden funktioniert überzeugend.

Er, ein Genie in der Weltraumforschung, liebt sie, eine Witwe, die sich ab und zu als Meerjungfrau betätigt. Durch genreübliche Verwicklungen wird sie natürlich für eine Spionin gehalten, und das Chaos nimmt seinen Lauf.?Neben wirklich witziger Situationskomik (von der traditionellen Torte bis zum gemeinsamen Tanz im Blumentopf) fasziniert das intelligente Spiel mit der Tücke des Objekts – Taylor besitzt eine hochautomatisierte Küche, deren bestes Stück ein programmierter Staubsauger ist. Vieles in dem schon postmodern anmutenden Zitatenreichtum des Films erinnert an Chaplins Moderne Zeiten, aber auch einige Parallelen zu Tatis im selben Jahr entstandenen Playtime überraschen. Im Gegensatz zum letzten TV-Tip, dem Day-Film Babys auf Bestellung, darf sie hier ein bißchen mehr singen und gibt ihren unvergeßlichen Klassiker aus Hitchcocks rund zehn Jahre früher entstandenem Der Mann, der zuviel wußte zum Besten.

Eigentlich wollte ich ja eh immer nur Doris Day heiraten. 1970-01-01 01:00
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