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Die Schwarze 13

Eye of the Devil. GB 1967. R: J. Lee Thompson. B: Robin Estridge, Dennis Murphy. K: Erwin Hillier. S: Ernest Walter. M: Gary McFarland. P: Filmway-Pictures. D: Deborah Kerr, David Niven, Donald Pleasence, Sharon Tate u.a.
87 Min. MGM ab 11.8.67

Surreale Atmosphäre

Von Sascha Seiler Ein klassisches Horrorszenario: Ein altes Schloß, seltsame Menschen, die seltsame Dinge tun, unter anderem mit Pfeil und Bogen Tauben abschießen und diese dann rituell verspeisen. Den Hausherrn umgibt ein generationenübergreifendes Geheimnis, das dem Zuschauer bis kurz vor Schluß vorenthalten wird und seine Frau gerät in den Bann des Grauens, hauptsächlich verkörpert durch die beunruhigende Präsenz des jungen Geschwisterpaares. David Hemmings und Sharon Tate spielen die Jünglinge als bedrohliche Ankündigung des Grauens; Hemmings mit seinem typisch arroganten und snobistischen Blick und Tate mit ihrer geheimnisumwitterten Schönheit.

Die Frau des Hausherrn soll langsam in den Wahnsinn getrieben werden, um sie von den seltsamen Ritualen, die auf dem Schloß vor sich gehen, fernzuhalten. Anstatt sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen, treibt die Neugier sie immer wieder in die Gefahr. Doch die Liebe zu ihrem Mann hält sie an diesem Ort, der immer mehr ein Hort des Grauens wird, und führt sie letztendlich fast ins Verderben.

Durch die Inszenierung, die sehr in der Ästhetik des Horrorfilms der 60er Jahre verhaftet ist, baut der Film auf Spannungsbögen, die für zeitgenössische Sehgewohnheiten seltsam anmuten. Die teils fast lustige Musik will nicht so recht zur bedrohlichen Atmosphäre passen, die durch die Bilder vermittelt wird. Doch der Spannungsbogen spannt sich gegen Ende ins Unermeßliche und der Zuschauer wartet wie gebannt auf die Auflösung des Geheimnisses. Die häufigen, heutzutage veraltet wirkenden Zooms, führen aber dazu, daß die Umgebung bedrohliche Formen animmt und der Film eine gewisse surreale Atmosphäre bekommt. 1970-01-01 01:00
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