— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Mord im Dunkeln

Mord i mørket. DK 1986. R,B: Sune Lund-Sørensen. B: Erik Balling, Henning Bahs. K: Claus Loof. S: Leif Axel Kjeldsen. M: Michael Falch, Pete Rapete. P: Nordisk Film. D: Michael Falch, Line Knutzon, Ove Sprogøe, Ole Ernst u.a.
94 Min. Progress ab 15.6.89

Krimi nach dem Erzählmuster des Trivialfilms

Von Carsten Tritt Am Ende stehen da zwei kaputte Gestalten: Ein Polizist, der für seine Marke eine adäquate Verwendung als Flaschenöffner gefunden hat, und ein Reporter, dessen Gesicht hauptsächlich noch von Pflastern zusammengehalten wird. »Jemand sollte die Geschichte aufschreiben«, sagt der Polizist. Zweifelsohne wird der Reporter das tun. Er wird uns die Ereignisse um den Mord an Ole Kok so erzählen, und zwar so, wie wir es von einem Sensationsreporter erwarten. Drogen, Alkohol, Kriminalität beherrschen das Rotlichtviertel, und die Charaktere müssen nicht groß erklärt werden, es sind eben die Personen, die man in einer solchen Umgebung erwartet.

Als guter Reporter weiß er, daß sein Publikum nicht gelangweilt werden darf: Im Zweifelsfall geht Aktion vor Glaubwürdigkeit, und Aktion kann er uns bieten: Schließlich ist Ole nur der erste von vielen, der dem mysteriösen Drogenbaron – genannt »Der Oberst« – im Weg ist. Auch unser Reporter ist in Gefahr. Vor der Polizei, die ihn der Tat verdächtigt, muß er fliehen, und die Handlanger des »Oberst« setzen ihn auf seine Abschußliste.

Gekonnt setzt Regisseur Sune Lund-Sørensen Erzählmuster des Trivialfilms ein, um Spannung zu erzeugen. Die Spielregeln, so weiß er, sind dem Zuschauer bekannt, es gab nicht umsonst Filme wie Fluchtpunkt St. Pauli und Polizeirevier Davidswache. Das Drehbuch ist absichtlich bruchhaft, die Kamera ist immer hautnah dabei, und die Beleuchtung ist nie so ganz stimmig. Lund-Sørensen und sein Hauptcharakter wissen wie der Zuschauer, daß das Gezeigte mit der Realität nur wenig zu tun hat. Macht aber nichts, weil alle ihren Spaß daran haben. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap