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Könige der Sonne

Kings of the Sun. USA 1963. R: J. Lee Thompson. B: Elliott Arnold, James R. Webb. K: Joseph MacDonald. M: Elmer Bernstein. S: William Reynolds. P: The Mirish. D: Yul Brynner, George Chakiris, Shirley Ann Field, Brad Dexter, Richard Basehart u.a.
107 Min. United Artists ab 20.12.63

Yul Brynner ist Maya

Von Oliver Baumgarten Der Brite J. Lee Thompson, Jahrgang 1914, war stets einer jener verläßlichen Unterhaltungshandwerker, die nach dem Krieg das britische und später das amerikanische Filmgeschäft mit Klassikern beschenkte, ohne daß sich irgendwer an seinen Namen erinnern könnte. Die IMDB führt ihn gar als Boom Operator in irgendeinem Chucky-Sequel Ende der 90er – eine Vorstellung, die zwar lustig sein mag, aber ganz sicher nicht der Wahrheit entspricht. Sein Metier war von Beginn an der Abenteuerfilm, gespickt mit routinierter Action, ausnahmslos mit wenigstens zwei Weltstars besetzt und einem gehörigen Tempo versehen.

Mit jenem schlichten Erfolgsrezept stattete er Filme aus wie Brennendes Indien (1959), Die Kanonen von Navarone (1960) oder Taras Bulba (1961). Mit Ein Köder für die Bestie ist J. Lee Thompson 1961 sogar ein wirkliches Meisterstück gelungen. Hier nämlich gesellte sich zu seinen ausgezeichneten inszenatorischen Fähigkeiten ein hervorragendes Drehbuch hinzu – ein Glücksfall, der ihm nicht allzu oft beschert wurde. Ihm oblag es vielmehr nicht selten, mit Tempo und Witz die mindere Qualität der Bücher zu kaschieren, gelungen beispielsweise in seinen beiden Planet der Affen-Fortsetzungen. Sein letztes, zumindest in irgendeiner Weise aufgefallenes Werk war 1987 Death Wish 4, der unrühmliche Abschluß einer langen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Charles Bronson.

Einer, mit dem Thompson ebenfalls gerne gearbeitet hat, war Yul Brynner – Hollywoods beliebtester Darsteller von Exoten. In Könige der Sonne beispielsweise spielt er einen Maya-Anführer mit Namen »Schwarzer Adler« – Indianer sind eben Indianer, das nahm man in den USA damals nicht so genau. Ohnehin sind die Theorien über den Untergang der Mayas in Könige der Sonne offen dargelegte Spekulation, ein willenloser Hintergrund für knallbunte und monumentale Schauwerte. Davon aber versteht Thompson etwas, verstrickt gigantische Massenszenen in die Geschichte zweier verfeindeter Maya-Stämme und einer Romeo-und-Julia-Liebe, gedreht zum Teil an Originalschauplätzen der riesigen Pyramidentempel in Mexiko. Daß die bereits in der Gegenwart der Erzählung nicht mehr so taufrisch ausschauen, stört ebenso wenig wie die aberwitzige Historienabwandlung. Der Film ist einfach knackbuntes Kino – eine Herausforderung an den Farbkontrast des Fernsehers. 1970-01-01 01:00

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