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Flipper

USA 1963. R: James B. Clark. B: Ricou Browning, Jack Cowden. K: Lamar Boren, Joseph C. Brun. S: Warren Adams. M: Henry Vars. P: Ricou Browning, Harry Redmond Jr. Ivan Tors D: Chuck Connors, Luke Halpin, Connie Scott u.a.
87 Min. MGM ab 10.1.64
Von Matthias Grimm Würden wir unter Wasser leben, dann hätten Hunde keine Chance: Der Delphin wäre der beste Freund des Menschen. Unbestreitbar liegen die Vorteile auf der Hand: Delphine machen keinen Krach, sie retten Menschen vor dem Ertrinken und erleichtern sich nicht im Hausflur. Zudem sind sie immer sauber (schließlich baden sie 24 Stunden am Tag), sie sind immer höflich (schließlich grinsen sie 24 Stunden am Tag) und intelligenter sind sie sowieso (schließlich hat Flipper die Grundzüge komplexer Algebra an einem Nachmittag erlernt).

Letzteres, die Intelligenzbestie, ist eine viel zitierte Eigenschaft televisionärer Heimtiere, die immer ein wenig schlauer sind als ihre Herrchen, doch Flipper ist der Einzige, dem ich das auch abkaufen würde, denn – seien wir doch mal ehrlich – letztendlich ist Lassie doch nur ein dressiertes, nervtötendes Wollknäuel und Fury sowieso 'ne doofe Gans. Schlußendlich besteht bei ihnen die Leistung in einer Adaption menschlicher Verhaltensmuster und dem Übertragen in tierische Handlungsabläufe, was ich – mit ein wenig bösem Willen – als animalen Rassismus bezeichnen könnte. Wer immer noch glaubt, es gäbe keinen Unterschied, dem sei gesagt: Flipper ist ein Tier und bleibt es auch, und genau darin liegt seine Besonderheit, während es sich bei Lassie eigentlich nur um einen Menschen mit langen Haaren und Kommunikationsblockade handelt.

Flipper ist kein Film über archaische Dechiffriermethoden (»Was versucht Lassie uns zu sagen, Dad?«), es ist eine Geschichte über Freundschaft. Ein Film, der gesteigertes Umweltbewußtsein propagiert, der uns zu besseren Menschen machen will. Daß er dieses mit wundervollen Unterwasseraufnahmen untermalt, vollendet das Werk unterhaltsamen Familienkinos schließlich auf ansprechende Weise. Und letzten Endes wissen wir es doch schon längst: Eigentlich sind Delphine sowieso die besseren Menschen. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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