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Flieg mit mir ins Glück

Come fly with me. USA 1963. R: Henry Levin. B: William Roberts. K: Oswald Morris. S: Frank Clarcke. M: Lyn Murray. P: MGM. D: Dolores Hart, Hugh O'Brian, Karlheinz Böhm, Pamela Tiffin, Karl Malden u.a.
109 Min. MGM ab 9.8.63
Von Sascha Seiler Verbergen sich hinter diesem fröhlichen Titel etwa dunkle Abgründe? Ist es Ironie, oder ist Flieg mit mir ins Glück einfach nur eine sommerliche, lustige Komödie, die keinem weh tun möchte? Es ist erstaunlich, wie man sich aus heutiger Sicht alleine den Titel eines Filmes zurechtlegt, um einen abstrahierten Subtext zu finden, einen Hinweis auf die verborgene Kernaussage.

Im Jahre 1963 war das alles noch anders. Zelebriert wird sowohl das Wunder der modernen Technologie, in diesem Fall das Wundertransportmittel Flugzeug, als auch jene Jobs, die mit diesem neuen Gefühl von Freiheit assoziiert werden. Ins Glück fliegt man, indem man in der glücklichen Lage ist, einerseits an dem Fortschritt direkt beteiligt zu sein – Traumberuf Stewardess – andererseits als wohlhabender Konsument diesen Luxus in Anspruch zu nehmen. Da treffen sich die beiden Pole und ergeben eine Zwangsgemeinschaft, Angebot und Nachfrage führen zum vollkommenen Glücksgefühl.

Doch warum sollte man Dinge kritisieren, nur weil sie aus heutiger Sicht nicht nur in ihrer Wirkung eingebüßt haben, sondern gleichfalls völlig anders codiert sind? Umweltverschmutzung, Flugzeugkatastrophen, schlecht bezahlte Flugbegleiter, all das ist im Jahre 1963 kein Thema, schon gar nicht das Wissen um das Übel, das solche Fluggeräte anstellen können, wenn sie in falsche Hände geraten.

Daß Flieg mit mir ins Glück trotzdem ein Riesenspaß ist, liegt natürlich vor allem an dem zeitlichen Unterschied und der verschiedenartigen Perspektive auf die Figuren. Das Klischee der attraktiven Stewardess, dem Sexsymbol, das stets auf der Suche nach einem reichen Mann ist, und dem Piloten, der ständig den Stewardessen nachstellt, bilden das Grundgerüst dieser romantischen Komödie, in der drei Freundinnen, allesamt Flugbegleiterinnen, den (reichen) Mann fürs Leben suchen. Das führt zu Verwicklungen, Komplikationen und viel Situationskomik und am Ende geht alles gut aus. Es klingt banal, aber genau dieses aus heutiger Sicht leicht Verschrobene macht doch gerade den Reiz eines solchen Films aus.

Und Karlheinz Böhm ist auch dabei. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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