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Cool Runnings

USA 1993. R: Jon Turteltaub. B: Michael Goldberg, Tommy Swerdlow. K: Phedon Papamichael. S: Bruce Green. M: Nick Glennie-Smith, Hans Zimmer. P: Walt Disney. D: Leon, Doug E. Doug, Rawle D. Lewis, Malik Yoba, John Candy, Raymond J. Barry u.a.
95 Min. Buena Vista ab 10.2.94

Dabeisein ist alles

Von Carsten Happe Der Sportfilm – ein undankbares Genre im Grunde, konzentriert sich doch zumeist letztlich alles auf die finale Frage nach Sieg oder Niederlage. Eine Frage, die oftmals bereits zu Beginn beantwortet werden kann, denn das Publikum will Helden sehen, Menschen, die sich der Herausforderung stellen, ihren inneren Schweinehund zum Kuscheltier degradieren. Solche Helden hat auch Cool Runnings zu bieten, die Frage nach Triumph oder Enttäuschung stellt sich allerdings gar nicht; vielmehr gibt dieser Film dem eindimensionalen Genre den olympischen Gedanken zurück: Dabeisein ist alles.

Dies ist nämlich das Motto von vier sympathischen, relaxten Jungs aus dem sympathischen, relaxten Jamaika, die der bizarren Idee verfallen, ihr Land als Viererbob bei den Olympischen Spielen in Calgary zu vertreten. Nie eine einzige Flocke Schnee gesehen, nie in einem Bob gesessen, machen sie sich unter der fachkundigen Leitung des ehemaligen Aktiven Irv Blitzer (der große John Candy in einer seiner letzten Rollen) auf, die Bobsportwelt von hinten aufzurollen.

Die verzweifelten Bemühungen der Olympiaaspiranten sind in bewährter Comedymanier zusammenmontiert, doch nie werden die wackeren Teilzeitathleten der Lächerlichkeit preisgegeben. Regisseur Jon Turteltaub, zuvor für solch unterirdische Thomas-Gottschalk-Vehikel wie Trabbi Goes to Hollywood zuständig, gelingt es jederzeit, die Sympathie für seine Underdogs aufrechtzuhalten. Zur Belohnung durfte er im Folgenden Hollywoodstars wie Sandra Bullock (Während du schliefst), John Travolta (Phenomenon) und Anthony Hopkins (Instinkt) in Szene setzen, doch das nur am Rande.

Die vier jamaikanischen Bobfahrer waren letztendlich auch nur eine Randnotiz der Olympischen Winterspiele 1988, die Verfilmung ihrer aufopferungsvollen Mission aber zeigt einmal mehr, daß das Leben wahrlich die besten Geschichten schreibt. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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