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Beck

Beck – De gesloten kamer. NL/B 1992. R,B: Jacob Bijl. B: Maj Sjöwall, Per Wahlöö. K: Tom Erisman. S: Wim Louwrier. M: Lodewijk de Boer. P: Filmcase u.a. D: Jan Decleir, Els Dottermans, Christian van Acker u.a.
100 Min.

Tatort auf Dänisch

Von Corinna Engelhardt Nicht ganz so attraktiv wie Felix Stark, auf keinen Fall so weiblich wie Eva Mattes und nicht ganz so sportlich wie Peter Sodann – dennoch, Jan Decleir mimt den klassischen Tatort-Kommissar. Charismatisch, nachdenklich, mit Charaktergesicht und dem kleinen bißchen mehr Bauchumfang geht er in den Niederlanden auf Verbrecherjagd – und das sehr erfolgreich.

Was Beck jedoch vom deutschen Tatort eindeutig unterscheidet, ist die oft pessimistisch-düstere Stimmung, die durch die nur karg beleuchteten Schauplätze und die zum Teil schon langweilend-langsamen Schnittfolgen zum Ausdruck gebracht wird. Zudem weicht die Auflösung am Ende, die sich als ambivalentes Gefühlsgemisch erweist, vom gewöhnlichen Happy-»Tatort«-End ab. Der »böse« Drogendealer und Mörder Watermann wird im Endeffekt für einen Raubmord, den er gar nicht begangen hat, verurteilt, und die eigentlich Schuldige, die »gute« Monita, kann flüchten.

Ambivalenz und Doppelbödigkeit übrigens durchziehen, zum Teil latent, zum Teil offen und eindeutig den ganzen Film. Manchmal trügt der Schein, manchmal die Tatsachen. Diese psychologisierende Herangehensweise an den Kriminalfall stellen Regisseur Jacob Bjil und Kameramann Tom Erisman durch die Fokussierung auf die Gesichter der Schauspieler dar. Groß- und Nahaufnahmen der krampfhaft-arbeitenden, verzweifelt-nachdenklichen oder hingebungsvoll-naiven Gesichter bestimmen das Gesamtbild des Films. Ein Glück nur, daß sowohl Jan Decleir als auch Els Dottermans der Herausforderung, die Handlung mittels Nasolabialfalten, Augenaufschlag und Mundwinkelverzerrung im Gang zu halten, gewachsen sind. 1970-01-01 01:00
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