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Fantasy Filmfest 2010

24. Fantasy Filmfest. D 2010. L: Stefan Joachim.
Berlin, 17. – 25.8.10
08

Alle Räder stehen still

Von Stefan Höltgen
Am letzten Fantasy-Filmfest-Tag in Berlin setzt das Festival noch einmal ein deutliches Zeichen: Fort vom Genre-Festival, hin zu mehr Arthouse-Kino. Die Zuschauer sind geteilter Meinung, die Filme jedoch teilweise überragend.

Vor der Vorführung von For the Good of Others, der im Frühjahr bereits auf der Berlinale zu sehen gewesen ist, bekomme ich Gesprächsfetzen zweier Leute mit: Der eine vermißt am letzten Festivaltag im Rückblick diejenigen Filme, die das Festival bislang ausgezeichnet hatten. Insbesondere Genre-Filme zu etablierten Motiven wie Zombies, Funsplatter und Torture-Porns. ……


07

Die Maschine im Menschen

Von Stefan Höltgen
Nach der vorgestrigen Gurkenernte beim Fantasy-Filmfest standen gestern ein paar sehr interessante Filme auf dem Programm – hervorzuheben sind davon der in Berlin ausverkaufte Metropia und Shinya Tsukamotos dritter Tetsuo-Film.

Nach Tetsuo – The Iron Man (J 1989) und Tetsuo 2 – Body Hammer (1992) hat es lange gedauert, bis Tsukamoto sich seines Stoffes vom Mann, der mit der – zumeist metallenen Technik – verschmilzt, noch einmal angenommen hatte. Der dritte Film führt dann auch gleich einige markante Änderungen in die Fabel ein, von denen die hervorstechendsten eine größere ……


06

Ist das noch Trash oder schon Kunst?

Von Stefan Höltgen
Mit Kaboom und Hybrid zeigt das Fantasy-Filmfest zwei Filme, die den Zuschauer ratlos zurücklassen: Der eine gibt sich »vor Augenzwinkern berstend« (um einmal ein altes FFF-Programmheft zu zitieren), der andere besticht durch unglaubliche Debilität – die eigentlich kaum ernst gemeint sein kann.

Kaboom ist – das wird manchen wundern und/oder freuen – ein apokalyptischer Verschwörungsfilm. Er erzählt die Geschichte des 18jährigen College-Neulings Smith, der sein Leben an der Uni nach dem Motto »feel free and fuck everyone« beginnt. Über seine sexuelle Orientierung macht er ……


05

Angstszenarien

Von Stefan Höltgen
Am fünften Fantasy-Filmfest-Tag waren unter anderem populäre gesellschaftliche Angst-Szenarien das Thema in Genre-Filmen. Wie das bei Stranded und We are what we are aussieht, soll im folgenden vorgestellt werden.

Manche Filme ergeben wirklich erst mit dem Schlußbild einen Sinn; der Schluß ist in Stranded, der im Original passender Djinns betitelt ist, zudem die Pointe des Films, weswegen er hier nicht verraten werden soll. Das Szenario ist folgendes: Eine Gruppe französischer Soldaten soll im Algerienkrieg des Jahres 1960 nach einem in der Wüste abgestürzten Flugzeug und insbesondere ……


04

Uneigentlichkeiten

Von Stefan Höltgen
Der vierte Fantasy-Filmfest-Tag stand ganz im Zeichen reflexiver Auseinandersetzungen mit Genres und Motiven – sehe ich einmal vom letzten Film Hatchet II ab, über den ich aber auf Wunsch der ihn betreuenden Presseagentur hier nicht berichten werde.

Da wäre zunächst der australische The Nothing Men, der bereits im Titel ankündigt, daß es um das Nichts geht. Und zwar um das soziale Nichts, vor dem sechs Fabrikarbeiter stehen, nachdem ihr Produktionsstandort geschlossen wird. Damit sie ihre Abfindung bekommen, müssen sie jedoch die Stellung halten und tagtäglich morgens in eine leer ……


03

Überwachen und Strafen

Von Stefan Höltgen
Nach einer gewissen Anzahl von Filmen stellt sich bei manchen Festivalbesuchern Müdigkeit ein, andere geraten in eine seltsame Anspannung, bei der die eigenen Erwartungen zum Maßstab der Filmbewertung werden. Wieder andere schalten nach dem 4. oder 5. Film einfach in den strukturalistischen Modus und beginnen ihren eigenen Film zu sehen – angeregt durch die audiovisuellen Stichworte aus Richtung der Leinwand.

Unter dieser letzten Perspektive ist Chris Morris' Four Lions vielleicht gar nicht »nur anti-islamistisch« (wohlgemerkt: das ist etwas anderes als »anti-islamisch«!), sondern ……


02

Crossing the borders

Von Stefan Höltgen
Auch der zweite Tag startet noch gemächlich, zumal man sich noch nicht zwischen zwei Filmen entscheiden muß. Von den fünf Programmpunkten habe ich mir drei angesehen – einen allerdings bereits vor einem halben Jahr auf der Berlinale.

Dabei handelt es sich um Michael Winterbottoms Serienmörderfilm The Killer inside me, und wer Winterbottoms Filme kennt, ahnt bereits, daß er das Sujet nicht auf konventionelle Weise umsetzt. Vielmehr ist ihm an einem Brückenschlag zwischen den 1950er Jahren und Heute gelegen: Sein Killer ist ein US-amerikanischer Sheriff, der als Kind von seiner Mutter ……


01

Käfigexistenzen

Von Stefan Höltgen
In den kommenden neun Tagen berichte ich an dieser Stelle von einem Teil der Filme, die es auf dem diesjährigen Fantasy-Filmfest in Berlin zu sehen gibt. Man hat sich als Dauerkartenbesitzer ja stets zu entscheiden, welchen von zwei zeitgleich laufenden Filmen man anschaut; eine Entscheidung, die nicht immer leicht fällt. Am Eröffnungstag ist dies jedoch noch unproblematisch, denn da werden nur zwei Filme gezeigt.

Der »Opener«, die französisch-belgische Koproduktion The Pack (La meute, F/B 2010, Franck Richard) war gleich ein voller Erfolg – allerdings auch nicht unumstritten, wie ……

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