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goEast 2009

9. Festival des Mittel- und Osteuropäischen Films. D 2009. L: Nadja Rademacher.
Wiesbaden, 22. – 28.4.09
04

Von Reden zu Bildern

Von Susan Noll
Am Ende eines langen Festivaltages wartet ein Film, der alles ist: grausam, witzig, skurril und ernsthaft. Die weichen Sessel im Caligari fühlen sich plötzlich noch bequemer an, so wohl fühlt man sich mit diesem Film, der doch selbst eigentlich ein unbequemer ist. Aber ein gelungener unbequemer, und das macht Tableau (Ungarn 2008) sehenswert. Regisseur Gábor Dettre kündigt vorher an, nur ein paar Worte zu sagen, denn viel mehr als eine Handlung, die er dem sehr zahlreich versammelten Publikum kundgeben könnte, interessiere ihn die Geschichte hinter der Geschichte. Seine Figuren reden sich ……


03

Zu Cowboys und zu Gangstern

Von Ines Schneider
Die goEast-Hommage gilt 2009 der vielseitigen ukrainischen Regisseurin Kira Muratova. Korotkie Vstreči (Kurze Begegnungen) heißt ihr erster Film aus dem Jahre 1967. Darin stürzt sich die Beamtin Valentina (gespielt von Kira Muratova selbst) jeden Tag aufs Neue in den Kampf gegen die Baumängel der neuen Gebäude, die in Odessa den Fortschritt signalisieren sollen. Vom Fortschritt kann sie nicht viel erkennen, kaum eins der adretten Gebäude hat auch nur eine funktionierende Wasserleitung. Von den Frustrationen ihres Alltags kann sie nur ihr geliebter Ehemann Maksim ablenken. Doch der flieht ……


02

Die Entdeckung der Langsamkeit

Von Franziska Schuster
Zufall oder Tendenz: Fast durchgehend herrscht ein beinahe bedächtiger Tonfall auf den Leinwänden, lange Einstellungen und ruhige Kamerabewegungen dominieren. Auch auf der Tonspur bleibt es ruhig, man läßt sich Zeit für Stille, Musik und Geräusche werden sparsam und bewußt eingesetzt. Bei Filmen dieser Art haben Charaktere und Geschichten viel Zeit, sich zu entwickeln. Dabei wird der Zuschauer zum privilegierten Beobachter, der eine fast intime Beziehung zu den Figuren aufbaut und gleichzeitig auf eigene Faust alle Ecken und Winkel der Erzählung erforschen kann. Die Effekte dieser Verlangsamung ……


01

Wir Freunde des guten Films

Von Franziska Schuster
Erfahrene goEast-Besucher und Festivalneulinge lernt man bereits am Wiesbadener Hauptbahnhof zu unterscheiden: Erstere wählen den direkten Weg, die Unerfahrenen folgen dem Pfeil, der auf dem Transparent gegenüber des Ausgangs deutlich nach rechts weist – nach Osten. Gegen 19:30 Uhr hat sich trotz verwirrender Beschilderung eine ausreichende Menschenmenge im Caligari eingefunden, um der Festivaleröffnung beizuwohnen. Der Rahmen ist festlich, es gibt Blumen, Klaviermusik, Abendgarderobe und mehrere Kamerateams. Doch daß niemand zu seinem Vergnügen hier ist, lernen wir schon in den Begrüßungssätzen, ……

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