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22. Fantasy Filmfest

Köln
20. – 27.8.2008
04

Fremde und ein alter Bekannter

Von Nils Bothmann Am Samstag begann das Fantasy Filmfest bereits um 13 Uhr und ließ den Besuchern die Wahl zwischen dem Horror-Classic Double Feature, bestehend aus The City of the Dead und Taste the Blood of Dracula oder dem deutschen Beitrag Sieben Tage Sonntag. Außerdem an diesem Tag zu sehen waren unter anderem der Anime Evangelion: 1.0 – You are [not] alone, der abgründige britische Mum & Dad sowie Takashi Miikes neuer Film Like a Dragon.

Als US-Beitrag gab es The Strangers, das Remake des französischen Them zu sehen. Der Film handelt von einem jungen Paar, das von drei maskierten Fremden überfallen wird, die ebenso gespenstisch bleiben wie ihre Motive. Vom Strickmuster her ein relativ konventioneller Film, doch mit einem auffallenden Ideenreichtum was Inszenierung und Denkanstöße angeht. Mit seinem verstörenden Ende durchaus mit Michael Hanekes Funny Games zu vergleichen, jedoch ohne dessen Hang zur Selbstthematisierung im Dialog. Einfach Genrekino, das auch in der Reflektion auf sich selbst sehr gut funktioniert und somit hintergründiger als erwartet daherkommt.

Angesichts der aktuellen Menge an Biopics in den letzten Jahren blieben auch Reaktionen auf diesen Trend nicht aus, wobei die französisch-belgische Co-Produktion J.C.V.D. zeigte, daß die Antwort nicht unbedingt eine Parodie wie Walk Hard sein muß. Nach Jamie Foxx als Ray Charles und Joaquin Phoenix als Johnny Cash nun also Jean-Claude Van Damme als Jean-Claude Van Damme. Natürlich eine Rolle, die Van Damme quasi auf den Leib geschrieben ist, doch der Actionstar überzeugt hier auch mit Schauspielqualitäten. Er gerät in einen Raubüberfall mit Geiselnahme, wird irrtümlich für den Täter gehalten und verhandelt zwischen den Fronten, während er über sein Leben reflektiert. Ein durchaus amüsantes Spiel mit dem Image Van Dammes, das über einige tolle Ideen verfügt, u.a. eine Children of Men nicht unähnlich in einem Take gedrehte Kampfszene zu Beginn des Films oder einen fünfminütigen Monolog Van Dammes. Leider geht dem Film in der zweiten Hälfte die Luft aus, und die Idee trägt nicht über die komplette Lauflänge. Bei weitem kein schlechter Film, aber alles andere als eine volle Ausnutzung des Potentials. 2008-08-25 13:23

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