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Die Axt im Haus erspart den Scheidungsrichter
Von Nils Bothmann
Auch der dritte Tag des FFF bot wieder ein buntes Programm von Filmen verschiedenster Herkunft und Couleur. Unter anderem den ungarischen Thriller
The Investigator, den britischen Foltorhorror
Senseless, das Kampfkunstepos
An Empress and the Warriors aus Hongkong und die dänische Sci-Fi-Komödie
How to Get Rid of the Others. Aus Kanada kam der kräftig beworbene
Evil Dead-Verschnitt
Jack Brooks: Monster Slayer, der allerdings nicht an das Vorbild von Sam Raimi anknüpfen konnte.
Mit
100 Feet gab es auch den neuesten Film von Eric Red zu sehen. Red hatte vor allem als Drehbuchautor bekannter Genrefilme wie
Hitcher – Der Highwaykiller und
Near Dark Ruhm erlangt, war als Regisseur aber weniger erfolgreich, weshalb seine letzte Regiearbeit vor
100 Feet der furchtbar schlechte Werwolffilm
Bad Moon von 1996 blieb. Mit
100 Feet dürfte ihm allerdings auch kein großes Comeback gelingen, denn zu unspektakulär kommt der Film daher, dessen Story sich wie eine Mischung aus
Disturbia und
Poltergeist anhört. Eine gepeinigte Ehefrau tötet den Gatten in Notwehr, geht dafür eine zeitlang in den Bau und muß den Rest ihrer Strafe im Hausarrest verbringen, wobei die elektronische Fußfessel ihr nur 100 Fuß Spielraum erlaubt. Doch der Ehemann ist nicht so leicht totzukriegen und kehrt als Geist aus dem Jenseits zurück, um seine Frau weiter zu verdreschen. Dank einer gut spielenden Famke Janssen und der handwerklich soliden Regie hat
100 Feet durchaus seine Momente, doch es ändert nichts daran, daß Reds Film fast durchweg Horrorstandardsituationen durchexerziert und daher äußerst vorhersehbar daherkommt.
Im Anschluß gab es den französischen Skandalfilm
Martyrs zu sehen, vor dem bereits gewarnt wurde, da bei den Festivals in Berlin und Hamburg einige Leute während der Vorstellung zusammengeklappt waren. Den Härtegrad konnten auch die Kölner Besucher bezeugen, nur die filmische Qualität war ausgesprochen umstritten. Zum Abschluß des Tages hatte das Publikum schließlich die Wahl entweder
XII oder
My Name is Bruce anzuschauen. Ersterer, ein Rachethriller um die Ermordung Geschworener, fiel beim Publikum durch, während
My Name is Bruce, eine ironische Horrorkomödie mit und über Bruce Campbell, ziemlich positiv aufgenommen wurde.
2008-08-25 13:22