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Die Stadt im Kino

Guntram Vogt: Die Stadt im Kino. Deutsche Spielfilme 1900-2000. Marburg 2001. Schüren Verlag. 822 Seiten. 68,- EUR

Großstadtfilme

Von Sascha Seiler Die Großstadt als Schauplatz von Literatur, Film und auch Musik ist im Laufe des 20. Jahrhunderts zu zentraler Bedeutung im kulturellen Leben gelangt. Seit jeher gilt das urbane Leben als Metapher für den modernen Menschen schlechthin, seine Eingliederung in eine technisierte und mechanisierte Umwelt und ein Überlebenskampf, der sich von ländlichen Idyllen grundlegend unterscheidet.

Gerade der Film ist als Medium eine enge Verbindung mit dem großstädtischen Leben eingegangen, da sowohl Film als auch Stadt Ausprägungen einer modernen industriellen Gesellschaft darstellen.

In seinem wahrhaft epochalen Werk präsentiert Guntram Vogt auf über 800 Seiten eine Geschichte der Stadt im deutschen Film von den Anfängen bis hin zur Gegenwart. Was das Buch dabei so reizvoll macht, ist, daß es sowohl als Studie über die Entwicklung des Films als auch als Nachschlagewerk über deutsche Großstadtfilme angesehen werden kann. In über fünfzig Einzelbeiträgen werden Filme von Lubitsch über Murnau, Lang und Kluge bis hin zu Tom Tykwer und Andreas Dresen eingehend behandelt. Hierbei wird jeder Film anhand seines Plots, der Produktionsbedingungen, der Filmsprache und der Künstler dargestellt. Am Abschluß jeder Analyse findet sich ein Pressespiegel, der auf sehr ausführliche Weise die Rezeption des jeweiligen Films in Bezug auf seine Darstellung der Stadt und ihrer Menschen thematisiert.

»Die Stadt im Kino« ist ein spannendes Buch über die Geschichte des deutschen Films, wie auch ein ausführliches Filmlexikon, sogar ein Spiegel der deutschen Filmkritik des vergangenen Jahrhunderts und somit ein unverzichtbares Werk. 1970-01-01 01:00

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