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Goebbels' Filmerbe. Das Geschäft mit unveröffentlichten Ufa- Filmen

Holger Theuerkauf: Goebbels' Filmerbe. Das Geschäft mit unveröffentlichten Ufa- Filmen. Berlin 1998. Ullstein Verlag. 320 S.

Der Filmminister Goebbels und der Film im Dritten Reich

Felix Moeller: Der Filmminister Goebbels und der Film im Dritten Reich. Berlin 1998. Henschel Verlag. 476 S.
Von Claudia Engelhardt Über den Film im Dritten Reich sind kürzlich gleich zwei neue Veröffentlichungen erschienen. Felix Moeller konzentriert sich in »Der Filmminister« ganz auf den damaligen Reichspropagandaminister und auf die Einheit zwischen Propaganda und Film. Goebbels machte in seinen Tagebüchern keinen Hehl daraus, daß er Filme des ideologischen Feindes, wie Eisensteins »Panzerkreuzer Potemkin«, ehrlich bewunderte und sich so für zukünftige deutsche Spielfilmproduktionen inspirieren ließ.

Moellers Studie beginnt bei der Kriegsvorbereitung und endet bei den sogenannten Überläufern, Filmen aus den letzten Kriegsjahren wie Unter den Brücken, die erst nach dem Krieg in die Kinos kamen. »Der Filmminister« entblößt Goebbels als Cineasten, der sich ausländische Filme vorführen ließ, für die er selber in Deutschland ein Aufführungsverbot erlassen hatte, Goebbels als allmächtigen Produzenten mit Recht auf den Final Cut, Goebbels als Entdecker von Hildegard Knef und Leni Riefenstahl, als »Bock von Babelsberg« und eitlen Liebhaber, Goebbels, der bis in den Tod an die Macht des Films geglaubt hatte. Trotz des wissenschaftlichen Aufbaus und der vielen Fußnoten ist Moellers Veröffentlichung gut lesbar und eine Fundgrube für Details über die Filmpolitik im Dritten Reich.

In »Goebbels' Filmerbe« erfährt man über das Produkt Film vor, während und nach dem Krieg, was sehr eng mit der Produktionsgesellschaft Ufa verbunden war. Holger Theuerkauf schreibt über die chaotische Filmproduktion während der Kriegsjahre, über Rohstoffknappheit und von der Bedeutung der Kinos für die Zivilbevölkerung. Auch der Sonderstatus einzelner Schauspieler und Regisseure wie Wolfgang Liebeneiner alias »Versprich mir nichts« wird thematisiert. Theuerkauf, der selbst Wolgang Staudtes Der Mann, dem man den Namen stahl rekonstruierte, hat dem Schicksal der zahlreichen verschollenen Filmkopien und Filmen, die nur noch in Rudimenten vorhanden sind, nachgespürt. Sehr brauchbar ist der Anhang mit Zeittafel sowie Inhaltsangabe und Produktionsdaten eben dieser Filme. 1970-01-01 01:00

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