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Rolle des Lebens

Henry M. Taylor: Rolle des Lebens – Die Filmbiographie als narratives System. Schüren Verlag. 400 Seiten. 24,80 EUR
Von Michael Leuffen Biographie und Film – ein unzertrennliches narratives Band, das die Geschichte der laufenden Bilder seit Beginn maßgeblich mitbestimmt hat. Von Edisons frühen Produktionen, wie dem von William Heise in Szene gesetzten »The Execution of Mary, Queen of Scots« aus dem Jahre 1895, bis hin zu Ron Howards kürzlich erschienenen Blockbuster A Beautiful Mind über das Mathematikgenie John Forbes Nash, Jr.: Der sogenannte Biopic war und ist ständiger Begleiter und inhaltlicher Ideengeber der gesamten Filmgeschichte.

Mit »Rolle des Lebens« präsentiert nun der in der Schweiz lebende Publizist und Filmwissenschaftler Henry M. Taylor einen umfassenden Band zum Thema. Dabei setzt sich Taylor nicht einfach nur mit filmischen Biographien und deren inhaltlichen Prämissen auseinander. Von kulturhistorischer Ursprungsforschung in der Literatur- und Geschichtsschreibung über verschiedene narrative Formen des filmischen Erzählens bis hin zu Körperdarstellung im biographischen Film entwickelt der Autor ein breit gefächertes Spektrum, das in seiner Gänze fast jeden Aspekt einer filmographischen Darstellung von Vitae umkreist. Besonders zu loben ist dabei seine Filmauswahl.

Statt, wie im herkömmlichen Sinne, sich ausschließlich auf amerikanische Filme zu beschränken, flechtet Taylor ebenso europäische und asiatische Autorenfilme von den 60er bis zu den 90er Jahren in seine differenzierten Analysen filmischer Narrationsstrategien ein. Ein Aspekt, der sein Buch zu einem lesenswerten, kulturübergreifenden Beitrag über das Genre des biographischen Films und dessen erzähltheoretischer Dispositive macht. 1970-01-01 01:00

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