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Marlene Dietrich

Werner Sudendorf: Marlene Dietrich. München 2001. dtv portrait. 192 Seiten. 9,- EUR
Von Julia Kuniß Ihr bewegtes Leben spiegelt die Geschichte des 20. Jahrhunderts wider und läßt die Künstlerin für Interpretationen jeder Art offen erscheinen. Die Liste der Veröffentlichungen über Marlene Dietrich ist lang. Unter den zahlreich zum 100. Geburtstag der Diva erschienenen Medien, bietet die Monographie von Werner Sudendorf, der als Leiter der Sammlungen des Filmmuseums Berlin für die Erschließung des Nachlasses der Dietrich verantwortlich zeichnet, eine primär filmhistorische Analyse ihres Schaffens.

Ohne ihr Privatleben auszubreiten, gelingt es dem Autor, ein facettenreiches Porträt der Künstlerin zu entwerfen, die schon vor Jahrzehnten zu einem universellen Star der Moderne avancierte.

In seinem gründlich recherchierten Essay läßt uns der Autor hinter die Kulissen jener Marlene Dietrich-Inszenierung blicken, die aus einer vulgären und etwas pummeligen Varieté-Sängerin eine Ikone der unnahbaren Erotik erschuf. In mehr als fünfzig Filmen hat sie mitgespielt, doch nur fünf bis acht Rollen, wie die von Lola, Amy Jolly, Shanghai Lily oder der Blonden Venus prägten nachhaltig ihr Image.

Das Buch besticht durch seine Vielfalt an sorgfältig ausgesuchten Fotos, Dokumenten, Zitaten und Pressestimmen, filmhistorischen Daten und Materialien. Die gelungene Präsentation der umfangreichen Hintergrundinformationen – Anmerkungen und Abbildungen zum Text findet man ohne zu blättern auf derselben Seite – und der Distanz wahrende Erzählton machen diese informative und auf nüchternen Fakten basierende Biographie zum spannenden Lesestoff. 1970-01-01 01:00

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