— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Science Fiction. Grundlagen des populären Films

Georg Seeßlen, Fernand Jung: Science Fiction. Grundlagen des populären Films. Marburg 2003. Schüren Verlag. 2 Bände, 979 Seiten. 45,- EUR

The One

Von Daniel Albers Eins vorweg: Liebhaber des Science-Fiction-Genres können zukünftig im wesentlichen auf ein einziges Werk zurückgreifen. Und zwar auf das vorliegende zweibändige Prachtexemplar einer Genrebeschreibung, das wohl ohne Umschweife schon jetzt als absolutes Standardwerk bezeichnet werden darf. Der überaus stolze Preis ist dabei auch fast schon alles, was es an dieser neuesten und bis dato umfangreichsten Schöpfung aus Georg Seeßlens Genre-Reihe »Grundlagen des populären Films« auszusetzen gibt. Unter Mitarbeit seines Co-Autors Fernand Jung hat er mit dem vorliegenden Doppelband auch unter den Aspekten Leserfreundlichkeit und ansprechende Gestaltung den bisherigen Glanzpunkt der Reihe geschaffen.

Die Autoren folgen wieder dem Schema aller »Grundlagen«-Werke: Im ersten, »Mythologie der Science Fiction« betitelten Teil beschreiben sie die grundlegenden Paradigmen des Genres, zeigen seine Wurzeln in der Philosophie- und Literaturgeschichte auf, bestimmen unter anderem die Begriffe des Phantastischen und der Utopie. Im zweiten, etwa drei Viertel des fast1000 Seiten umfassenden Hauptteils wird zunächst chronologisch, dann (etwas unvermittelt) eher thematisch die Geschichte des Science-Fiction-Films von seinen Anfängen bei George Méliès ("Le voyage dans la lune") bis hin zu Spielbergs Minority Report, The Matrix von den Wachowski-Brüdern oder George Clooneys Tarkovskij-Remake Solaris von 2002 aufgearbeitet.

Dabei wird erfreulicherweise nicht bei den anspruchsvollen Sci-Fi-Hauptwerken wie »Blade Runner«, »2001« und Solaris halt gemacht, sondern in Würdigung des Untertitels werden tatsächlich das ganze Genre und alle seine populären Vertreter auf breiter Front beleuchtet. Zwar wird genannten Filmen wie unter anderem auch der »Alien«- oder der »Planet of the Apes«-Saga entsprechend ihrer Nachwirkung besonders viel Platz eingeräumt, jedoch kommt auch der in seiner Gesamtheit für das Genre nicht unbedeutende Sci-Fi-Trash von »Flash Gordon« bis »The Attack of the 50 Ft. Woman« nicht zu kurz, sondern wird wie alle behandelten Filme nachvollziehbar in einen Gesamtkontext eingeordnet.

Auf den Hauptteil, den eine Auseinandersetzung mit aktuellen Tendenzen sowie ein Ausblick auf die Zukunft des Science-Fiction-Films beschließt, folgt eine über die Maßen ausführliche Filmo- und Bibliographie und ein vollständiger Filmindex. Leider fehlt ein für den offensichtlich angestrebten Charakter eines Nachschlagewerks unentbehrliches Personen- und Sachregister. Eine Tatsache, die jedoch dem ansonsten sehr überzeugenden Gesamtbild des Buches keinen allzu großen Abbruch tut und zudem in folgenden Auflagen leicht auszumerzen sein wird. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap