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Filme machen

Harald Schleicher,Alexander Urban (Hrsg.): Filme machen Technik, Gestaltung, Kunst. Klassisch und digital. Frankfurt am Main 2005. Verlag Zweitausendeins. 520 Seiten. 49,90 Euro

Einstiegsliteratur

Von Daniel Bickermann Mit großen Kompendien wie diesem 500-Hochglanz-Seiten-Schwergewicht ist das so eine Sache: Zum einen ist es vor allem für Einsteiger und Filmstudenten schön, alle Informationen mal gebündelt zwischen zwei Buchdeckeln zu finden. Andererseits gibt es natürlich zu jeder der hier nur recht kurz abgehandelten Einzeldisziplinen des Filmemachens eigene Bücher, die dann oft wesentlich umfassender und genauer sind. Zudem unterliegen bei solchen Aufsatzsammlungen die einzelnen Artikel nicht selten großen Qualitätsunterschieden – und »Filme machen« ist da keine Ausnahme. Gezwungenermaßen schwanken die Beiträge in ihrem Tonfall außerdem zwischen filmhistorischem Lehrgang (Norbert Grob über »Regie"), technischem Handbuch (Jörg Lensing über »Ton") und intellektueller Vision (Franz Kluge über »Video und Neue Medien").

Neben schwächeren Kapiteln wie dem »Drehbuch«-Teil, in dem Oliver Schütte im typisch didaktischen Tonfall sein Dreiakt-Einzelperson-Einkonflikt-Schema mitsamt der mittelalterlichen Symbolik noch mal aus dem New-Age/New-Hollywood-Keller holt (ohne es vorher abzustauben), überwiegen im Buch »Filme machen« aber letztlich die Stärken. Die Highlights, der »Kamera«-Artikel der beiden Herausgeber und das Kapitel zur Lichtführung von Kurt Weber, sind vor allem dank einer wunderbar durchdachten Bebilderung auch für Einsteiger sofort verständlich und erstaunlich unterhaltsam, während einige nicht ganz so naheliegende oder weniger kreative Themen (Ausflüge in die Filmfinanzierung oder das Videospiel etwa) sich ihre Daseinsberechtigung durch einen dichten Informationsgehalt und viele lehrreiche Beispiele voll und ganz verdienen.

Besondere Erwähnung muß natürlich das Kapitel zur »Montage« von Hans Beller finden, der auf 60 wunderbar anschaulichen Seiten die Grundlagen des Filmschnitts erläutert. Wie beim gesamten Band gilt auch hier: Für Einsteiger kaum zu übertreffen, für Fortgeschrittene empfiehlt sich aber gleich das Buch zum Einzelthema. Das von Hans Beller heißt zum Beispiel »Handbuch der Filmmontage«. 1970-01-01 01:00

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