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Experimente in Hollywood

Frank Arnold (Hrsg.): Experimente in Hollywood. Steven Soderbergh und seine Filme. Mainz 2003. Bender Verlag. 351 Seiten. EUR 18.90

Steven Soderbergh und seine Filme

Stefan Rogall (Hrsg.): Steven Soderbergh und seine Filme. Marburg 2003. Schüren Verlag. 240 Seiten. EUR 16.80

Double Feature

Von Sascha Seiler Gleich zwei neue Bände zu Steven Soderbergh erscheinen pünktlich zum Solaris-Start: In dem von Stephan Rogall in der bewährten Schüren-Reihe herausgegebenen Band wird das Werk Soderberghs mit viel Tiefgang kommentiert und analysiert, wobei sein nahezu einzigartiger Spagat zwischen Kunst und Mainstream in besonders vielen Fällen zum Ausgangspunkt der Analyse auserkoren wird. Am Ende steht ein längeres, durchaus humorvolles Interview mit dem Regisseur, das Daniel Kothenschulte im Dezember letzten Jahres führte.

Weitaus zugänglicher, jedoch auch beliebiger ist die von Frank Arnold herausgegebene Textsammlung. Im Stile der »Omnibusse« der 70er Jahre, in denen alles Wissenswerte zu Autoren gesammelt und wild durcheinander publiziert wurde, präsentiert das Buch ein Sammelsurium an Essays, Interviews, Betrachtungen zu den einzelnen Filmen (die in ihrer Qualität recht unterschiedlich sind) und einem in der Mitte des Buches unvermittelt auftauchenden »Soderbergh-Lexikon«.

Trotz des Fehlens eines roten Fadens ist das Buch vor allem eins: sehr unterhaltsam. Während beispielsweise eine fundierte Auseinandersetzung Fritz Göttlers mit Out of Sight auf eine seltsam kurze und anekdotenhafte »Schizopolis«-Reflektion von Hanns Zischler folgt, freut sich der wissensdurstige Leser vor allem über einen längeren Aufsatz zu Soderberghs Spielfilmdebüt, das nämlich gerade nicht »Sex, Lies, and Videotape« ist, sondern der Konzertfilm »9012Live«, den er im Jahre 1985 als Auftragsarbeit für die Progressive-Rock Band Yes drehte. Glaubt man dem aus Finnland stammenden Autor des Essays, Antti Alanen, dann muß man diesen Film unbedingt gesehen haben, um das Werk Soderberghs in seiner Gänze adäquat rezipieren zu können. Der Tenor und auch die Message beider Bücher, das fällt in der Auseinandersetzung mit »9012Live« besonders ins Auge, sind dieselben: Außer »Sex, Lies, and Videotape« ist rein gar nichts vom Prä-"Out of Sight« Werk auf Video oder DVD erschienen; und das, da sind sich die Autoren beider Publikationen einig, ist eine Schande. 1970-01-01 01:00

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