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Weltwunder der Kinemathographie

Joachim Polzer (Hrsg.): Weltwunder der Kinemathographie. Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik. Berlin 1999. Verlag der DGFK. 208 Seiten
Von Christine Ehret Daß man aus »quellenkritischen, wenn nicht gar inhaltlichen Gründen« davon abgesehen hat, den Hauptteil des Buches, die 100 Seiten starke »Agfacolor Story« von Gert Koshofer, mit Farbbildern zu illustrieren, bleibt rätselhaft. Gert Koshofers Beitrag gehört aber auch insgesamt eher zu den drögeren, sehr auf die Technik fixierten Texten, auch wenn der Herausgeber Joachim Polzer im Editorial lediglich Essayistisches, Pamphletisches, Didaktisches oder Poetisches verspricht.

Koshofer gelingt es in seiner Geschichte des Farbfilms nur selten, technische Entwicklungen in kulturelle Zusammenhänge einzuordnen, womit er der enormen politischen Bedeutung von Agfacolor für Filme von Veit Harlan und Bruno Mondi einfach nicht gerecht wird.

Thomas Meders zu kurz geratener Artikel »Die Volksgemeinschaft in Farbe« ist wohl dazu gedacht, diese Lücke zu schließen, entwertet seine Interpretationsansätze allerdings mit der Feststellung, daß die politische Dimension des Farbfilms in der NS-Zeit aus heutiger Sicht kaum nachzuvollziehen sei.

Die beiden englischen Beiträge von Ute Frindrik zum Thema Digitaltonverfahren und THX lesen sich zwar so spannend wie die Gebrauchsanleitung eines Reiseweckers, räumen aber hier und da gängiges Halbwissen aus dem grauen Stübchen des filminteressierten Lesers.

Etwas kurzweiliger ist da Thomas Hauerslevs Pamphlet, in welchem er für die allgemeine Einführung von 70 mm Film eintritt. Kurz gesagt, eine sehr durchwachsene Sammlung von Texten zur Filmtechnik, die mal mehr, mal weniger technisches Verständnis und Geduld mit hölzernen Formulierungen erfordert. 1970-01-01 01:00

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