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Mayday

Jonathan Lynn: Mayday. Zürich 1995. Haffmans Verlag. 408 Seiten

Strandgeburtstag

Brian Moore: Strandgeburtstag. Zürich 1996. Diogenes. 256 Seiten
Von Dirk Steinkühler Wer sich die Drehbücher der letzten Kinosaison anschaut, muß mit Bedauern feststellen, daß die Kreativität der Autoren deutlich nachgelassen hat und häufig bekannte Zutaten verführerischer Erfolgsrezepte nur neu kombiniert werden. Jeder Romancier, der sich jetzt ins Fäustchen lacht, sollte nicht vergessen, daß auch die Erfolgreichen seiner Branche nicht gerade vor neuen Einfällen sprühen. Drei ideale Romane für heiße Strandtage oder laue Sommernächte versuchen jetzt, Gründe für diese Misere zu finden und werfen unterschiedliche Blicke auf die Filmwelt Hollywoods.

Der englische Filmregisseur Jonathan Lynn und der nordirische Schriftsteller Brian Moore leben als Europäer in Kalifornien. Beide wählen für ihren Roman über das amerikanische Filmgeschäft als Hauptfigur einen lyrischen Landsmann, der unter der kalifornischen Sonne offenbar an Schreibhemmungen leidet. Lynn liefert mit seinem Romandebüt »Mayday« neben einer spannenden Story eine Fülle bitter-sarkastischer Wahrheiten aus Hollywood.

Sein Bestsellerautor Ernest Mayday hat für seinen neuen Roman zwar bereits einen gigantischen Vorschuß erhalten, aber noch kein einziges Wort zu Papier gebracht, da ihm Drehbücher und Fernsehjobs interessanter erscheinen. Neue Ideen soll ihm Joanna liefern, die für 10.000 Dollar zu allem bereit ist und Mayday in sein neues Romanabenteuer stürzt. Jonathan Lynn ist das beste Beispiel dafür, daß man manchmal besser einen komplexen, ideenreichen Roman schreibt als ein überfrachtetes Drehbuch. Sein Buch will, wie die Werke des fiktiven Kollegen Mayday, nicht literarisch brillant sein, sondern den Leser bei »Weiterblätter-Laune« halten. 1970-01-01 01:00

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