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Asche oder Diamant? Polnische Geschichte in den Filmen Andrzej Wajdas

Stefan Meyer/Robert Thalheim: Asche oder Diamant? Polnische Geschichte in den Filmen Andrzej Wajdas. Berlin 2000. REJS e.V. 192 Seiten
Von Dietrich Brüggemann Wenngleich dem hiesigen Publikum unbekannter geblieben, darf Andrzej Wajda neben Roman Polanski und Krzystof Kieslowski als einer der bedeutensten polnischen Regisseure der Nachkriegszeit gelten. Mehr als bei jedem anderen, so die Ausgangsthese von »Asche oder Diamant«, scheinen Wajdas Filme denn auch zutiefst den politischen Implikationen ihrer Enstehungszeit und damit der polnischen Geschichte verbunden. Dies ist das Strukturprinzip des vorliegenden Bandes: Den grundlegenden Entwicklungslinien der polnischen Geschichte werden jeweils ein bis zwei Werke aus Wajdas Schaffen gegenübergestellt. Dabei wird vor allem ein Faktor deutlich, mit dem Wajda ein Leben lang zu kämpfen hatte: die staatliche Zensur, die auf fast allen Ebenen der Filmherstellung den Machern dazwischenfahren konnte. Wie dennoch immer wieder subversive und kritische Filme entstehen konnten, gehört zu den spannenden Momenten der hier erzählten Geschichte.

Das umfassende Werk Wajdas kann in einem schmalen Taschenbuch nicht erschöpfend behandelt werden. Die Autoren beschränken sich von vornherein auf sieben Filme, ergänzt durch eine Reihe von Interviews. Am interessantesten ist jedoch nicht einmal das Gespräch mit Wajda selbst, sondern ein anderes: mit dem Regisseur Krzystof Zanussi, der Einblick in das Arbeiten in, wie es heißt, »freundschaftlicher Konkurrenz mit dem Klassiker« gibt; eine aufschlußreiche Perspektive, die kennzeichnend ist für das gesamte Buch. 1970-01-01 01:00

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