— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Deutschland im Herbst

Petra Kraus / Natalie Lettenewitsch u.a. (Hrsg.): Deutschland im Herbst – Terrorismus im Film. Mit Beiträgen von Margaretha Huber, Renate Sami, Christof Wackernagel, u.a. Schriftenreihe Münchner Filmzentrum. 144 S.
Von Björn Marquardt Selten wurde und wird die Interaktion von Film und Realität in Deutschland so intensiv untersucht wie zu den Themen 68er und Terrorismus. Daß der noch längst nicht abgelegte Geschichte ist, beweisen die Reaktionen auf den Fernsehfilm Todesspiel. Und daß Filme zu diesem Thema mehr waren als bloße Kommentierung, zeigen Werke wie Farockis Die Worte des Vorsitzenden oder Herstellung eines Molotow-Cocktails von Holger Meins. Filme, die durch ihre Aufführungen während Kundgebungen und Versammlungen unbestritten maßgeblich zur Radikalisierung der linken Szene beitrugen.

Das Münchner Filmmuseum präsentierte jüngst eine Filmreihe unter dem Titel »20 Jahre Deutschland im Herbst, Terrorismus im Film«. Begleitend erschien in der Schriftenreihe Münchner Filmzentrum unter dem gleichen Titel eine interessante Textsammlung, die mehr ist, als lediglich Katalog.

In Aufsätzen und Essays wird unter anderem die verwobene Geschichte der APO und DFFB erläutert, die 1968 kurzerhand und vorübergehend in Dziga Vertov Akademie umbenannt wurde und Farocki, Helke Sander, Wolfgang Petersen und Wolf Gremm als politisch aktive Studenten aufwies.

Diesen Texten zur Seite gestellt wurden Aussagen und Erklärungen derer, die seinerzeit Filme machten. Fassbinders »Ich werfe keine Bomben, ich mache Filme« ist, mal abgesehen von Holger Meins, Programm und verdeutlicht, in welcher Position sich die Filmschaffenden verstanden. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap