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Lexikon des internationalen Films 2003

Horst Peter Koll, Hans Messias, Jörg Gerle (Hrsg.): Filmjahr 2003. Lexikon des Internationalen Films. Das komplette Angebot in Kino, Fernsehen, auf Video und DVD. Marburg 2004. Schüren. 576 Seiten.

Alle Jahre wieder

Von Frank Brenner Das Jahr 2003 war für den »film-dienst«, jener vor mehr als 55 Jahren etablierten katholischen Institution zur Sichtung, Bewertung und Dokumentation aller im deutschsprachigen Raum zur Aufführung gelangter Spiel- und Dokumentarfilme, ein schweres Jahr. Der Fortbestand dieses unerläßlich gewordenen Mediums war bedroht, ist mittlerweile aber durch einen Verlegerwechsel wieder gesichert.

Schon in der Entstehungszeit ist es zur Tradition geworden, die Kurzversionen der Filmbesprechungen des »film-dienst« in Jahrgangsbänden zu bündeln, damit man ein schnelles und umfassendes Nachschlagewerk zur Hand nehmen kann, anstatt sich durch die unzähligen Hefte des vierzehntägig erscheinenden Werkes wühlen zu müssen. Dreimal wurden diese Jahrgangsbände ihrerseits wieder gebündelt, 1987, 1995 und 2002, als der Rowohlt-Verlag und später der Verlag Zweitausendeins mit dem »Lexikon des Internationalen Films« das Referenzwerk in Sachen Film in Deutschland publizierte. Die nachfolgenden Jahrgangsbände erschienen ebenfalls bei den unterschiedlichsten Verlagshäusern, nunmehr zum vierten Mal kommt mit der Ausgabe 2003 der Jahrgangsband im Schüren-Verlag heraus, der sich auch ansonsten im Bereich der Filmpublizistik stets positiv hervortut. Wie schon in den Jahren davor erweist sich auch dieser Band als unverzichtbares Nachschlagewerk hinsichtlich der Filmdokumentation des zurückliegenden Jahres, zumal die »Auswahlkriterien« ständig erweitert wurden.

Neben den ohnehin schon seit Anbeginn vertretenen Erstaufführungen von Kinospielfilmen im Fernsehen sind mittlerweile auch rein fürs Fernsehen produzierte Filme (Rosa-Roth- oder Rosamunde-Pilcher-Filme), Fernsehmehrteiler ("Children of Dune«; »Im Schatten der Macht") und Fernsehdokumentationen vertreten, die mitunter auch weniger als 60 Minuten Laufzeit aufweisen. Darüber hinaus werden zum zweiten Mal auch DVD-Erscheinungen berücksichtigt und mit nützlichen Angaben zu den vorhandenen Extras und zur technischen Ausstattung gelistet. Eine Übersicht der wichtigsten Festivalpreise und von Anschriften aus dem Bereich Film und Fernsehen gehört seit Jahren zu den Features des Lexikons. Was leider immer noch fehlt, sind die Angaben der Sprecher bei Zeichentrick- oder Animationsfilmen.

Als redaktioneller Teil ist dem Lexikon eine Jahreschronik der »film-dienst«-Redakteure Horst Peter Koll und Hans Messias vorangestellt. Darin geben die beiden einen groben Überblick über das, was im Jahr 2003 die Filmszene bestimmte, seien es interessante Filmstarts, Festivals, filmpolitische Entscheidungen, Todesfälle oder Jubilare. Die Auswahl erscheint dabei einigermaßen beliebig, da z.B. der 65. Geburtstag Götz Georges, nicht aber der Tod Katherine Hepburns Erwähnung findet. Am ärgerlichsten ist freilich die Nachlässigkeit, mit der dieser redaktionelle Teil redigiert wurde: kaum ein Abschnitt, in dem sich nicht einer oder mehrere Tippfehler finden. Die Einleitung des lexikalischen Teils hat man dann gleich komplett aus dem Vorjahr übernommen, weshalb dieser entgegen seines Inhalts mit »Lexikon der Filme 2002« überschrieben ist und weder der Berichtzeitraum noch die laufenden Nummern der im »film-dienst« besprochenen Kritiken korrekt wiedergegeben sind. Solche Patzer sollten eigentlich zu vermeiden sein. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht: Das Heyne-Filmjahrbuch von Lothar R. Just etwa bietet sich seit Jahren als absolut akzeptable Alternative an. 1970-01-01 01:00

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