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Pop & Kino

Bernd Kiefer, Marcus Stiglegger (Hg.): Pop & Kino – Von Elvis zu Eminem. Mainz 2004. Bender Verlag. 285 Seiten. 14,90 Euro.

Populärkultur in Bild und Ton

Von Michael Leuffen Populäre Musik und Film gehören seit den Tagen, als die Bilder sprechen lernten, zusammen. Schließlich war es der Amerikaner Asa Yoelson, der 1927 unter dem Pseudonym Al Jolson im Film The Jazzsinger erstmalig zum Publikum sprach. Und Al Jolson war nicht irgendein Schauspieler, er war als Broadwaysänger einer der größten populärkulturellen Entertainer seiner Zeit.

Mit »Pop & Kino« widmet sich nun eine neue Textsammlung den Beziehungen zwischen populärer Kultur und Film. Dabei zielen die einzelnen Beiträge nicht ausschließlich auf die Verzahnung von Musik und Kino. Vielmehr wird Pop als Phänomen des jeweils gegenwärtigen Zeitgeistes verstanden, der sich mittels Mode, Sound, Revolte und Lebensphilosophie Ausdruck verschafft. Zentraler Fokus ist dabei der Körper, der in seinen unterschiedlichsten Inszenierungsformen Pop auf der Leinwand zum Leben erweckt. Eine schwammige Definition, die in keinem der 21 Aufsätze an Deutlichkeit gewinnt.

Schlimm ist dies indes nicht, schließlich will der Band keine philosophische Abhandlung zu einem Themenkreis sein, der ohnehin kausal schwer zu verorten ist. Vielmehr soll hier die Wechselbeziehung zwischen populärer Kultur und Film partiell anhand von Beispielen verdeutlicht und historisiert werden. So beschreibt ein Text über Elvis und seine Filme, wie dieser den Rock'n'Roll für den Mainstream generierte. Aber auch Beatles-Filme und ihre Fußnoten zu Kulturgeschichten, der Popstar Madonna und deren ständige performative Neuerfindung oder das Phänomen Punk und seine Widerspiegelung im Kino werden mit analytischer Schärfe und Genauigkeit dargestellt.

Dabei gelingt es dem Band zwar nicht, einen übergeordneten roten Faden zu entwickeln, der sich der Beziehung von Pop und Kino insgesamt nähert. Dies jedoch kann alleine wegen der extrem unterschiedlichen Wirkungsformen von Pop nicht geleistet werden. Und so blicken alle hier zu findenden Texte zu Recht auf einzelne Felder, um dem zu Pop gewordenen Filmbild zumindest im einzelnen die Wirkung zuzusprechen, die es vor allem für ein junges Publikum hatte. 1970-01-01 01:00

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