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Filmjahrbuch 2004

Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2004. Wilhelm Heyne Verlag. München 2004

Just 25 Jahre

Von Jutta Klocke Lothar R. Just hätte sich ein Arbeitspäuschen redlich verdient. Immerhin hat er mit seinem umfassenden Rückblick auf das Kinojahr 2003 bereits die 25. Ausgabe des »Filmjahrbuchs« als alleiniger Herausgeber zusammengetragen. Seit 1979 bildet sein stets breiter werdendes Taschenbuch ein informatives Nachschlagewerk für alle Filminteressierten.

Im Laufe der Jahre sind neben der Vorstellung der erstaufgeführten Kinofilme immer neue Kategorien hinzugekommen. So bietet das Kompendium heute auch einen Überblick über ausgestrahlte Fernsehfilme, Video- und DVD-Veröffentlichungen, vergebene Preise und die wichtigsten internationalen Festivals des vergangenen wie des kommenden Jahres. Der Ambition, dem heimischen Filmgeschehen besondere Aufmerksamkeit zu schenken, trägt die Unterteilung in einen internationalen und einen deutschen Teil Rechnung. Derjenige, dessen Interesse über die Frage nach der besten Wahl aus dem Videothekenregal hinausgeht, findet im Anschluß an das Lexikon einen übersichtlichen Branchenrückblick auf die wichtigsten filmwirtschaftlichen und -politischen Ereignisse des Jahres.

Nun werden solche Hintergrundinformationen ebenso in anderen Nachschlagewerken dargeboten wie die abschließende Nennung der 2003 verstorbenen Filmschaffenden. Und vielleicht ist einigen sogar eine ansprechendere Einband-Gestaltung anzurechnen. Herausragend ist allerdings Justs lexikalischer Teil, begnügt er sich doch nicht mit einfachen dreisätzigen Inhaltszusammenfassungen der Filme wie manch andere. In den meisten Fällen folgen einer solchen objektiv gehaltenen Plotangabe Zitate aus Kritiken verschiedener Publikationen, zum Teil sogar auch Interviewausschnitte.

Eine derart vielseitige Aussage zu den einzelnen Titeln kann sich nur leisten, wer, anders als etwa das Pendant »Lexikon des Internationalen Films«, redaktionell an kein bestimmtes Organ und seine Interessen gebunden ist. Oberflächlichkeit ließe sich Just höchstens in der Schnellbewertung durch die Vergabe von Sternchen vorwerfen. Das Lexikon überläßt so aber dem Nutzer die Wahl, in welchem Umfang er die angebotenen Informationen annehmen möchte, und bleibt damit offen und anwendbar für eine auch noch so heterogene Leserschaft. 1970-01-01 01:00

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