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Filmrecht im Kino- und TV-Geschäft

Patrick Jacobshagen: Filmrecht im Kino- und TV-Geschäft. Alles was Filmemacher wissen müssen. Bergkirchen 2002. PPV Presse Project Verlag. 351 Seiten. 25,- EUR
Von Herbert Schwering Patrick Jacobshagen ist Jurist, und er kommt aus der Film- und Fernsehpraxis, das merkt man auf jeder Seite des Buches. Endlich kein reines Nachschlagewerk für den Paragraphendschungel, sondern ein Buch von einem Insider, auf fast jede Frage erhält man eine Antwort, und oft sind die Ausführungen sogar amüsant und unterhaltsam zu lesen.

Das Buch orientiert sich im Aufbau am zeitlichen Ablauf einer Filmproduktion und reicht von »wie schütze ich meine Filmidee« über »Filmarbeits- und Vertragsrecht« bis hin zu »Musik im Film« und »Lizenz- und Vertriebsverträge«. Die einzelnen Kapitel gehen weniger ins Detail juristischer Formulierungen, sondern zeigen vor allem die Tücken, die in Verträgen angelegt sein können. Eine Checkliste am Ende jedes Kapitels faßt die wichtigsten Punkte bei Vertragsverhandlungen und -prüfungen noch einmal zusammen. Der Autor macht auch kein Geheimnis daraus, was branchenüblich bezahlt wird, eine echte Hilfe für Neulinge im Filmgeschäft.

Im Kapitel »Produktionsverträge« erkennt man auf einen Blick die Besonderheiten und Unterschiede, die auftauchen, wenn man z.B. mit ARD, ZDF oder Privaten eine Auftragsproduktion aushandelt. Hier spürt man die enge Praxisanbindung, über die Jacobshagen verfügt. Bereiche wie Filmfinanzierung, Besonderheiten der Co-Produktion (Vorsicht vor Frankreich!), ein aktueller Überblick über die Filmförderungen in Europa und Deutschland und eine Übersicht der Verwertungsgesellschaften in Deutschland runden das thematische Angebot ab.

Produzenten und Produktionsleiter sollten das Buch immer griffbereit haben, für Filmstudenten ist es eigentlich Pflichtlektüre, aber auch Drehbuchautoren, Regisseure, Redakteure und Schauspieler werden auf viele Fragen in diesem Buch eine Antwort finden. Ja, und wo bleibt die Kritik? Wünschen würde man sich vielleicht noch einen Anhang mit Modellverträgen, Jacobshagen wollte aber wahrscheinlich seine Berufskollegen nicht ganz arbeitslos machen. Man spart sich im Ernstfall zwar nicht den Anwalt, aber das Geld für dieses Buch ist gut angelegt und verkürzt zumindest die Gesprächszeit. 1970-01-01 01:00

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