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Geschichte des deutschen Fernsehens

Knut Hickethier: Geschichte des deutschen Fernsehens. Stuttgart 1998. Verlag J. B. Metzler. 594 S.
Von Carsten Tritt Hickethiers umfassende Bearbeitung der deutschen Fernsehgeschichte beginnt zwar mit der Aufführung von Jahrhunderte alten Träumen und Visionen, fernzusehen. Die tatsächliche Entwicklung des Fernsehens von den 20er Jahren bis zur Gegenwart erscheint bei ihm aber nicht als Traum vom Sehen: Die »Geschichte des deutschen Fernsehens« ist eine betont nüchterne Betrachtung dieses nicht gerade unwesentlichen Teils der Mediengeschichte.

Ich hätte nicht gedacht, daß man z.B. neben das Foto des Fernsehhasen Cäsar einen solch ermüdenden Text über das Kinderprogramm der späten 60er und frühen 70er setzen kann. Die Anhäufung stilistischer Ungenauigkeiten trägt zudem nicht gerade zum Lesevergnügen bei.
Auch wenn es um die Analyse der dargestellten Fakten geht, sind – insbesondere bezüglich der Fernsehgeschichte des Dritten Reichs und den Neuanfängen in der Bundesrepublik – deutliche Schwächen erkennbar: Manchmal wirken Hickethiers Schlußfolgerungen banal, nicht ausreichend begründet, viel öfter aber wird der Leser einfach mit einer unübersichtlichen Ansammlung von Programmschemata und Tabellen allein gelassen, durch die er sich erst einmal hindurchwühlen darf. Auch die Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem fällt dem Autor manchmal schwer.

Nun können diese Schwächen des Buches nicht überdecken, daß die »Geschichte des deutschen Fernsehens« auch immense Stärken hat: So ist sie als Faktensammlung überragend und so zumindest eine beachtliche Nacherzählung. Hinzu kommt noch die von Peter Hoff bearbeitete Geschichte des DDR-Fernsehens, die durchweg gelungen ist.

Wem das nicht reicht, dem bieten die Quellenhinweise, sowie das Literaturverzeichnis noch genügend Möglichkeiten zum Weiterlesen. 1970-01-01 01:00

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