— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Breaking The Dreams

Achim Forst: Breaking The Dreams. Das Kino des Lars von Trier. Marburg 1998. Schüren Verlag. 238 S.
Von Joachim Kurz Die einen hassen ihn abgrundtief, nennen ihn einen Scharlatan, einen Manipulator. Andere wiederum verehren ihn und halten ihn für den zur Zeit bedeutendsten europäischen Autorenfilmer. Achim Forst, Filmredakteur bei 3sat und Regisseur mehrerer Fernsehdokumentationen, hat das erste deutschsprachige Buch über Lars von Trier geschrieben. Er verzichtet darin bewußt auf biographische Details, vielmehr stehen die Filme im Mittelpunkt, die die ganze Bandbreite des Regisseurs zeigen. Beginnend mit den beiden Studentenfilmen »Nocturne« (1981) und »Bilder der Befreiung« (1982) rollt Forst die Entwicklung von Triers als Filmemacher auf. Dabei ist jedem Film ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem sowohl die Entstehungsgeschichte als auch Ansätze zur Analyse der nicht immer leicht zugänglichen Filme aufgezeigt werden.

Besonders ausführlich behandelt Forst die neueren Filme Breaking the Waves, »Geister II« und Idioten, aber auch die anderen Betätigungsfelder wie etwa Videoclips ("Bakerman is baking bread"), Werbefilme oder das Kunstprojekt »Psykomobile #1« kommen nicht zu kurz. Abgeschlossen wird das Ganze von einem der mittlerweile selten gewordenen Interviews und einem Kapitel, das »Fragen, unvollständige Antworten, Gedanken und Assoziationen zu Lars von Trier« zusammenmontiert.

Bewußt läßt Achim Forst die Widersprüchlichkeiten in der Person von Triers stehen und betont sie sogar, statt sie mit theoretischen Windungen glattbügeln zu wollen. Und gerade das macht Achim Forsts Buch zu einer äußerst anregenden Lektüre, die neugierig macht auf die nächsten Werke aus dem Laboratorium des Dr. von Trier. Momentan arbeitet er an einem Musical mit Björk, und auch hierfür wird höchstwahrscheinlich der berühmte Schlußsatz aus Geister Gültigkeit haben: »Und wenn Sie auch das nächste Mal dabei sein wollen, dann seien Sie wie immer bereit für das Gute und das Böse.« 1970-01-01 01:00

Medien

© 2012, Schnitt Online

Sitemap