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Filmprogramm 298 – Der dritte Mann

Filmprogramm 298 – Der dritte Mann. Stuttgart 2000. Verlag Uwe Wiedleroither. 40 S.
Von Thomas Warnecke Carol Reeds »The Third Man« von 1949 gehört in die Kategorie der Klassiker, was für uns Heutige vor allem eine eher museale Sicht auf einen Film impliziert, der zunächst als genremäßige Kinounterhaltung gedacht war, dessen dramatisches Gewicht Autor Graham Greene als zu leicht für ein tragisches Ende befand. Daß und wie es dann doch noch anders kam, ist in einem weiteren der Filmprogramme Uwe Wiedleroithers nachzulesen, und der schmale, reich bebilderte Band lohnt die Lektüre allemal: Ähnlich aufregend wie die Nachkriegsatmosphäre Wiens im Film, ist auch die Produktionsgeschichte selbst ein spannendes Kapitel zwischen bemühter Parteilosigkeit der Autoren im Brennpunkt der vier Siegermächte und dem vom amerikanischen Mitproduzenten Selznick geforderten Antikommunismus.

Hier findet sich auch so etwas wie die Fortsetzung der wie immer ausführlichen Credits, wenn Textautor Christoph Fuchs das Karussell der gehandelten Darsteller noch einmal in Gang setzt: Cary Grant statt Joseph Cotten, oder vielleicht James Stewart…
Die Konsequenzen all dieser und vieler anderer Entscheidungen der Macher des »Dritten Mannes« trägt das Heft gut lesbar zusammen, bis zu der durchaus kontroversen Aufnahme dieses Films in der zeitgenössischen Kritik und den ausführlichen bibliographischen Hinweisen. 1970-01-01 01:00
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