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The Last Great American Picture Show

Thomas Elsaesser, Alexander Horwarth, Noel King: The Last Great American Picture Show. New Hollywood Cinema in the 1970s. Amsterdam University Press 2004. 384 S.
Von Michael Leuffen Im Rahmen der Berlinale 2004 war insbesondere die Retrospektive über »New Hollywood« ein Highlight des Festivals. Filme wie »The French Connection«, »Two Lane Blacktop« oder »The King of Marvin Gardens« zeigten hier eindrucksvoll, daß sie nichts an visueller Kraft und inhaltlicher Aussagestärke verloren haben. Passend zur Retrospektive publiziert der Amsterdamer Filmwissenschaftler Thomas Elsaesser gemeinsam mit Alexander Horwarth und Noel King ein englischsprachiges Buch zum Hollywoodfilm der 70er Jahre, welches das Kino von »Movie-Brats« wie Spielberg, Altman, Coppola oder Scorsese aus wissenschaftlicher Perspektive betrachtet. Auf knapp vierhundert Seiten entfaltet sich dabei ein ausdifferenziertes Panorama über das New Hollywoodkino, das von Betrachtungen zu Regisseuren wie Terence Malick oder Monte Hellman bis hin zu theoretischen Analysen und Betrachtungen vielschichtig zu glänzen weiß.

Im ersten Teil des Bandes wird die Zeit von 1967 bis 1976 mit drei Aufsätzen der Herausgeber eindrucksvoll umrissen. Dabei wird nicht nur die Filmbewegung historisch skizziert, sondern auch aus Gesichtspunkten wie der Autorentheorie kritisch beleuchtet.

Zum Abschluß eröffnen dann vier Aufsätze eine verzweigte Diskussion über die einst so fruchtbare Hollywood-Periode. Hier wird unter anderem unter der Perspektive der filmwissenschaftlichen Genretheorie der Verschwörungsfilm kritisch beleuchtet und seine politischen wie ästhetischen Gesichtspunkte näher betrachtet.

Insgesamt besticht das Buch so durch viele Analyseansätze auf das New Hollywood, die allerdings eine film- und kulturtheoretische Vorbildung vom Leser verlangen. Denn alle hier zu lesenden Autoren sind weit davon entfernt, trivial den jeweiligen Themenkreis zu umkreisen. Vielmehr schließen alle Texte an alte und neue filmwissenschaftliche Diskurse an und zeigen dabei, daß die Filmwissenschaft immer noch neue Perspektiven auf das Kino erarbeitet, die weit über ein reines Beschreiben hinaus gehen und dabei sozialpsychologische, kulturkritische und philosophische Denkstrukturen für eine mehrdeutige Analyse fruchtbar machen. 1970-01-01 01:00

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