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Teen Scream

Rüdiger Dirk/Claudius Sowa: Teen Scream. Titten & Terror im amerikanischen Kino. Hamburg 2000. Europa. 189 S.
Von Carsten Happe Glory of the Nineties: Ein Jahrzehnt der Zitate, Versatzstücke, Revivals und Comebacks. Kaum etwas war originär in den Neunzigern, selbst die gefeiertesten Bands und Filme bedienten sich aus dem riesigen Fundus der Popkultur. Die unzweifelhaft einflussreichsten Filme des Jahrzehnts waren daher Pulp Fiction und Scream, die die Referenz auf ihre Vorbilder zum Stilprinzip erhoben und einen Rattenschwanz von Epigonen nach sich zogen.

Während Tarantino und Pulp Fiction inzwischen hinreichend analysiert und kommentiert wurde, widmen sich Dirk und Sowa in »Teen Scream« nun – ausgehend von Wes Cravens Meta-Slasher – dem Revival des Horrorfilms. Das Herzstück des Buches bildet eine chronologische Auflistung ausgewählter Angstfilme seit dem Ur-Schrei von 1996, die die Liebe der Autoren zum Genre nicht verhehlt. Gerade drittklassige Schundproduktionen lohnen oft den zweiten Blick.

Aber wie auch in den einführenden Texten, die den Einzug der Gewalt und den der Teenager ins Kino dokumentieren, mindern – dem Sujet wohl angemessen – Anschlussfehler und eine eher lockere Dramaturgie den Lesespaß. Durchaus kenntnisreich wird der Weg des Teenagerfilms von Rebellendramen mit James Dean bis zu den heutigen Scream-Queens geschildert, eine tiefergehende Analyse der Marktmechanismen wird allerdings für Starportraits im »Bravo«-Stil geopfert. Hier wäre es sicher interessant gewesen, die kreativen Köpfe des Revivals wie Kevin Williamson, Wes Craven oder Cathy Konrad eingehender zu beleuchten. Dennoch, »Teen Scream« ist ein durchaus lohnenswertes Buch für Freunde des Genres, insbesondere seine Aktualität (die allerdings, wie im Beispiel von Scream 3 auch geschätzte Einspielergebnisse nach sich zieht) und die undogmatische Herangehensweise der Autoren wissen zu gefallen. 1970-01-01 01:00

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