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Rede, Vielfalt!

Tamara Danicic: Rede, Vielfalt! – Fremde Rede und dialogische Flechtwerke bei Pedro Almodóvar. Tübingen 2003. Stauffenburg Verlag
Von Sascha Seiler In ihrer Dissertation im Fach Medienwissenschaft widmet sich die Autorin dem Konzept der Rede in den Filmen Pedro Almodóvars. Rede sei hier nicht lediglich im Sinne des gesprochenen Wortes verstanden, sondern im Kontext einer Bachtinschen Analyse von Medialität bzw. Intertextualität. So werden die differenten intermedialen Einflüsse auf die verschiedenen Diskurse in Almodóvars Filmen dargestellt und wissenschaftlich analysiert.

Im mittleren Kapitel über den »Allesfresser« Almodóvar geht es um die Einflüsse von Theater, Literatur und Musik auf dessen filmisches Werk, und bereits hier wird ein »close reading« der Filme offensichtlich. Im nächsten Kapitel fährt Tamara Danicic fort, die »fremde Rede« in ihrer Diskursabhängigkeit zu katalogisieren, wobei vor allem der Kampf der Geschlechter, die Religion und das Heimatland Spanien im Mittelpunkt jenes diskursiven Systems stehen.

Intermedialität und transmediale Prozesse, sowie intertextuelle und interkulturelle Referenzsysteme stehen in dieser Arbeit im Sinne einer postkolonialen Kulturwissenschaft im Mittelpunkt; was sicherlich von erheblichem Vorteil ist, da die Anzahl der rein deskriptiven Dissertationen im filmwissenschaftlichen Bereich in den letzten Jahren in erschreckendem Maße angestiegen ist. »Rede, Vielfalt!« beweist, daß es nicht notwendig ist, das Niveau der kulturwissenschaftlichen Diskurse im Zuge einer ästhetischen Globalisierungswelle gegen den Nullpunkt sinken zu lassen, um einen Universalismus des Verständnisses zu untermauern, den niemand braucht. 1970-01-01 01:00

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